Mansio Christi, Mai 2022

Lightkeeper (Band 5)

Gott gibt! – Jesaja 44 (16. + 17. Mai)

„Fürchte dich nicht, Jakob, mein Knecht, du, Jeschurun, den ich erwählt habe!“ (Jes 44, 2)

Der einzige Gott – Jesaja 43 (14. + 15. Mai)

„Wenn aber der Unbeschnittene die Forderungen des Gesetzes beachtet, wird dann nicht sein Unbeschnittensein als Beschneidung angerechnet werden? Der leiblich Unbeschnittene, der das Gesetz erfüllt, wird dich richten, weil du trotz Buchstabe und Beschneidung ein Übertreter des Gesetzes bist. Denn Jude ist nicht, wer es nach außen hin ist, und Beschneidung ist nicht, was sichtbar am Fleisch geschieht, sondern Jude ist, wer es im Verborgenen ist, und Beschneidung ist, was am Herzen durch den Geist, nicht durch den Buchstaben geschieht. Der Ruhm eines solchen Juden kommt nicht von Menschen, sondern von Gott.“ (Röm 2, 26-29)

Diese Verse im Römerbrief erklären, warum das Kapitel 43 im Buch Jesaja heute für alle Gläubigen gilt, auch wenn dort explizit Israel genannt wird. Alle von Gott zu Christus gerufenen Menschen bilden heute das neue Israel!

Und nun schauen wir uns die Verse des Kapitels 43 genauer an, die ich von den Dächern rufen möchte.

Der Retter kommt – Jesaja 42 (13. Mai)

„Singt dem HERRN ein neues Lied“ (Jes 42, 10)

Gott kündigt den Messias an, seinem Volk und der ganzen Welt. Gott kündigt an, dass dieser Retter sanftmütig, bescheiden und barmherzig sein wird. Der Knecht, den der Herr aussenden wird, unterscheidet sich damit fundamental von allen selbsternannten Rettern vor ihm und nach ihm.

Die Nichtigkeit der Götzen – Jesaja 40 + 41 (10. – 12. Mai)

„Wisst ihr nicht, hört ihr nicht? / Wurde euch nicht kundgetan von Anbeginn? Habt ihr nicht begriffen / die Fundamente der Erde?“ (Jes 40, 21)

Gott kündigt Erkenntnis und Rettung für sein Volk an. Eine Stimme aus der Wüste wird das Eintreffen des Herrn bei seinem Volk ankündigen. Wir wissen heute, dass damit Johannes der Täufer gemeint war.

König Hiskija – Jesaja 36 – 39 (5. Mai – 9. Mai)

Lag der Fokus bei den ersten zwölf Kapitel auf dem Volk Gottes, so weitete sich der Blick in den Kapiteln 13 bis 35 auf die ganze Welt, einschließlich Israel als Nation. In den Kapitel 36 bis 39 erzählt uns nun Jesaja etwas von König Hiskija. Ein historischer Abriss scheint in einem prophetischen Buch – ab Kapitel 40, dem zweiten Teil des Buches Jesaja, folgen dann die Prophezeiungen zur Rettung des Volkes Israel – etwas deplatziert und regt gerade deshalb zu einer etwas genaueren Betrachtung an.

Gericht über die Welt – Jesaja 13 – 35 (20. April – 4. Mai)

Berichteten die Kapitel neun bis zwölf vom Zorn Gottes aus der Sicht seines Volkes, so nehmen die Kapitel 13 bis 35 einen Blick von außen auf die Geschehnisse zwischen dem ersten und dem zweiten Erscheinen des Messias in dieser Welt. Die ganze Welt ist Gerichtsort und weil Israel (bzw. in dieser Gnadenzeit die Kirche Christi, das neue Israel) auch Teil dieser Welt ist, tauchen auch hier Prophezeiungen über Israel und Jerusalem auf.

Gericht und Erlösung – Jesaja 9 – 12 (17. – 19. April)

Zeiten, Zeichen und Geschehnisse vermischen sich und verschmelzen in diesen Kapiteln, die wie ein aus einem Monolith gehauenes Relief wirken. Ein ewiger Gott, außerhalb der Zeit existierend, spricht zu seinem allzumenschlichen und ganz in der Zeit verhafteten Propheten, der ein überwältigendes Gewimmel an Bildern und Erkenntnissen in einen verständlichen Text zu gießen versucht. Aber das Prophetenwort hatte ja auch den Zweck, die menschlichen und gottlosen Geister seiner Zeit zu verwirren.

Niedergang und Rettung – Jesaja 8 (16. April)

„Nennt nicht alles Verschwörung, was dieses Volk Verschwörung nennt, und vor dem, was es fürchtet, fürchtet euch nicht und erschreckt nicht davor!“ (Jes 8, 12)

Der Vers 12 ist beispielhaft für ein gottloses Volk. Hinter allem, was solche Menschen in irgendeiner Weise begrenzt oder belastet wittern sie eine Verschwörung. Wer an Gott glaubt fürchtet Entwicklungen, die sich seinem direkten Einfluss entziehen nicht; der Gläubige fürchtet Gott, der seinen Plan in der ganzen Schöpfung verwirklicht und der hier dem gläubigen Jesaja verkündet, dass schon in kürzester Zeit der König von Assyrien das Land besetzen und tributpflichtig machen wird.

Doch auch das wird nur eine Episode sein, in dem Land, das Gott nun dem im vorigen Kapitel erwähnten Retter Immanuel zum Besitz gibt.

„Den HERRN der Heerscharen, den sollt ihr heiligen; er sei eure Furcht und euer Schrecken! So wird er [euch] zum Heiligtum werden; aber zum Stein des Anstoßes und zum Fels des Strauchelns für die beiden Häuser Israels, zum Fallstrick und zur Schlinge für die Bewohner von Jerusalem, sodass viele unter ihnen straucheln und fallen und zerbrochen, verstrickt und gefangen werden.“ (Jes 8, 13-15)

Gott spart vor seinem Propheten nicht mit Offenbarungen. Der Messias wird das neue Heiligtum sein und somit den bisherigen Tempel ablösen. Doch genau an dieser Entscheidung Gottes werden sich die Geister des Volkes scheiden. Und der Messias wird vom „Weg am See“, im Gebiet der Heiden kommen; damit ist Galiläa und der See Genezareth gemeint.

Gott macht sich hier auch über sein Volk lustig, das eher den Toten glaubt als ihrem lebendigen Gott. Wir sollten das tunlichst nicht tun, denn wir sind nicht besser. Wir holen uns unsere Erkenntnis vielleicht nicht mehr von den Toten, wohl aber von dem Toten, also all den toten Dingen, die wir uns geschaffen haben und die uns umgeben. Wer auch nach der Finanzkrise von 2008, ausgelöst von einer Immobilienblase, immer noch glaubt, dass Geld und Güter die Wahrheit seien, der sollte seine Augen und Ohren überprüfen lassen. Wer seit der russischen Invasion der Ukraine, die bereits 2014 begann, immer noch glaubt, dass internationale Verträge und gegenseitige Verflechtungen genauso verlässlich und friedenssichernd seien, wie die Nächstenliebe, die Gott von uns fordert, der kann auch genauso gut die Toten auf den Schlachtfeldern um Rat fragen. Der Frieden, den die Welt uns bietet, ist alles andere als verlässlich.

Jesaja 8 >>

Der Plan Gottes – Jesaja 7 (15. April)

Der König des Nordreichs Israel – im Alten Testament auch nach dem Stamm Efraim benannt – hat sich mit dem König der Aramäer verbündet und beide ziehen gegen Jerusalem und das Südreich Juda.

Die Berufung – Jesaja 6 (14. April)

„Bleibt darin noch ein Zehntel, / so soll es erneut abgeweidet werden, wie bei einer Eiche oder Terebinthe, / von denen beim Fällen nur ein Stumpf bleibt. Heiliger Same ist sein Stumpf.“ (Jes 6, 13)

Nachdem wir nun, quasi im Vorwort zum Buch des Propheten erfahren haben, was die Situation im Volk Gottes und die Reaktion Gottes darauf ist, beginnt das eigentliche Buch mit der Erscheinung Gottes in einer Vision des Jesaja.

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