Mansio Christi, Mai 2022

Der einzige Gott – Jesaja 43 (14. + 15. Mai)

„Wenn aber der Unbeschnittene die Forderungen des Gesetzes beachtet, wird dann nicht sein Unbeschnittensein als Beschneidung angerechnet werden? Der leiblich Unbeschnittene, der das Gesetz erfüllt, wird dich richten, weil du trotz Buchstabe und Beschneidung ein Übertreter des Gesetzes bist. Denn Jude ist nicht, wer es nach außen hin ist, und Beschneidung ist nicht, was sichtbar am Fleisch geschieht, sondern Jude ist, wer es im Verborgenen ist, und Beschneidung ist, was am Herzen durch den Geist, nicht durch den Buchstaben geschieht. Der Ruhm eines solchen Juden kommt nicht von Menschen, sondern von Gott.“ (Röm 2, 26-29)

Diese Verse im Römerbrief erklären, warum das Kapitel 43 im Buch Jesaja heute für alle Gläubigen gilt, auch wenn dort explizit Israel genannt wird. Alle von Gott zu Christus gerufenen Menschen bilden heute das neue Israel!

Und nun schauen wir uns die Verse des Kapitels 43 genauer an, die ich von den Dächern rufen möchte.

„Ihr seid meine Zeugen!“ (Jes 43, 10) spricht der Herr und erklärt, dass er sein Volk nach Hause führen wird. Natürlich spricht der Prophet hier von der bevorstehenden Verschleppung der Israeliten nach Babylon, die auch enden wird – auch wenn von dort, sind wir ehrlich, nicht ganz Israel – also alle zwölf Stämme – heimkehrten. Doch die neuen zwölf Stämme werden in der Tat seit 2000 Jahren aus aller Welt zusammengerufen. Sie versammeln sich nicht an einem geographischen Ort, denn das Reich des Herrn ist nicht von dieser Welt, sie versammeln sich unter ihrem König, dem Christus, der sie heimbringt ins ewige Reich der Himmel.

Und warum? Nicht, weil wir endlich gelernt hätten, nicht, weil wir endlich erkennen und verstehen und unser Leben radikal umgekehrt hätten, nicht weil wir der Sünde abgeschworen hätten und damit vor Gott gerechtfertigt wären. Nein! Eine einzige Handlung Gottes macht dies möglich:

„Fürchte dich nicht, denn ich habe dich ausgelöst, / ich habe dich beim Namen gerufen, du gehörst mir!“ (Jes 43, 1)

Und

„Ich, ich bin es, der deine Vergehen wegwischt um meinetwillen, / deiner Sünden gedenke ich nicht mehr.“ (Jes 43, 25)

Es geht hier nicht darum, unsere himmelschreienden Verfehlungen unter einen riesigen Teppich zu kehren; es geht darum, dass Gott die Schuld, die uns von ihm trennt aus seinem eigenen Willen heraus in einem göttlichen Kraftakt tilgen wird. Gott eifert um sein Volk, Gott eifert um uns, Gott eifert um dich!

In Kapitel 43 wird die Gottesferne und das Versagen des Volkes und damit auch unser Versagen vor dem Gesetz ausführlich dargelegt, doch mit einer fast noch größeren Heftigkeit ruft Gott seinen Kindern zu: „Ich bin da! Ich verlasse euch nicht! Kommt zu mir – ihr sollt mein Ruhm sein!“

Gott gibt sein Eigentum, diese ganze Welt, ja, sogar den Heiligen Israels auf, nur um uns, sein Volk zu retten!

Er stellt völlig zu Recht fest: Sucht einen eurer Götzen, der das für euch tut – ihr findet keinen!

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