Advent 2022

Wiedervereinigung (II) – 1. Mose 46 – 50 (5. – 13. Oktober)

Nachdem Gott selbst dem Jakob in einer Vision den Segen für den Umzug nach Ägypten gegeben hat, geht es ohne weiteres Zögern mit Sack und Pack zum Sohn. Joseph empfiehlt ihnen, sich beim Pharao als Viehzüchter vorzustellen, denn Schafshirten seien den Ägyptern verhasst. Diese Einstellung ist nachvollziehbar. Das Ägypten jener Zeit war bereits eine Hochkultur, d.h., traditionell war man sesshaft, d.h. entweder bewirtschaftete man Farmland oder man züchtete auf eigenem Grund und Boden Vieh. Hirten waren Nomaden, d.h., sie durchstreiften auf ihren Wegen immer wieder fremdes Land und schädigten mit ihrem Vieh fremde Acker- und Weideflächen.

Trotzdem stellen sich die Brüder Josephs als Schafshirten vor. Vielleicht war ihnen der Unterschied nicht bewusst, auf jeden Fall haben sie damit erreicht, dass die gesamte Sippe in Ägypten unter sich bleiben und sich nicht mit der fremden Kultur vermischen wird.

Die Familie Jakobs darf sich wie versprochen im Land Gosen niederlassen und gedeiht dort prächtig.

Als Jakob 147 Jahre alt ist, geht es für ihn ans Sterben und seine Familie versammelt sich um ihn. Zunächst nimmt er Joseph den Eid ab, ihn zu Hause im Grab Abrahams zu beerdigen. Dann segnet er die beiden Söhne Josephs, als wären es seine Söhne, und er segnet auch die Zwölf, nicht ohne ihnen Prophezeiungen für die Zukunft ihrer Familien – der zukünftigen Stämme des Volkes Israel – mit auf den Weg zu geben. Dann stirbt er.

Joseph stirbt mit 110 Jahren; auch er nimmt seinen Kindern den Eid ab, seine Gebeine bei der Rückkehr ins gelobte Land mitzunehmen und dort beim Vater zu bestatten.

In diese Rahmenhandlung sind verschiedene Lehren für uns eingebettet.

Auch hier folgt wieder ein Überblick über den Stammbaum des Hauses Jakob/Israel. Das Volk Israel ist von Beginn an vermessen und gezählt. Diese Art der Aufzählung erinnert uns an das Buch des Lebens, in welches Gott unsere Namen eingetragen hat.

Jakob segnet den Pharao. Wir, die Auserwählten und Kinder Gottes, sind ein Segen für die gottlose Welt. Zwischen uns und Gott steht niemand über uns, dem wir gehören würden.

Als die Hungersnot weitergeht, erwirbt Joseph für den Pharao von den Ägyptern nacheinander ihr Vieh, ihr Land und schließlich sie selbst im Tausch für Getreide. Am Ende sind alle Ägypter Leibeigene des Pharao und ihm tributpflichtig; das ist der Preis für ihr Leben. Gott hat viele Generationen später sein Volk aus der Hand des Pharao befreit. Die Israeliten wurden dafür ebenfalls tributpflichtig, wobei der Tribut dem Lebensunterhalt der Priester diente.

Christus hat uns alle erworben; er hat mit seinem Leben bezahlt, um unseres zu retten. In diesem finalen Heils- und Rettungsplan Gottes steht also nicht nur unsere Rettung durch Gott, der fällige Tribut wurde ebenfalls von Gott bezahlt.

Alles Mühen Josephs hilft nichts, Jakob segnet Ephraim, den jüngeren Sohn Josephs zuerst. Auch er bekam damals – wenn auch durch eine Gaunerei – als der Jüngere den väterlichen Segen und setzt diese Tradition nun fort. Gleichzeitig missachtet er aber auch die lange überlieferte Tradition, wonach der väterliche Segen auf den Erstgeborenen übergeht. Seine Äußerungen deuten darauf hin, dass dies jedoch auch nach dem Willen Gottes so geschieht. Wieder einmal seheh wir, dass Gott die Traditionen der Menschen nicht beibehält, wenn sie nicht in seinen Plan passen. Niemals sollten wir von uns als Recht und Gesetz niedergeschriebene Tradition höher achten als den Willen Gottes.

In einer langen Abschiedsrede blickt Jakob auf das Leben seiner Söhne zurück und leitet aus ihrem bisherigen Weg ihre in den meisten Fällen nicht sehr glorreiche Zukunft ab. Gut weg kommen nur Juda und Joseph. Aus Juda wird einst der Messias kommen; dies ist auch bereits Teil der Prophezeiung Jakobs. Die „Adoption“ der beiden Erstgeborenen Josephs macht aus ursprünglich zwölf Stämmen sogar dreizehn. Da die Leviten als die Priester Gottes später einmal kein Land bekommen werden, sind wir wieder bei zwölf, unter denen das gelobte Land aufgeteilt wird. Bemerkenswert: Auch die von Jesus ausgewählten zwölf Apostel erhalten später mit Paulus, dem dreizehnten, eine entscheidende Verstärkung.

Die Brüder trauen nach dem Tod des Vaters dem Frieden nicht und fürchten eine späte Rache Josephs. Der erklärt ihnen freundlich, dass alles, was geschehen ist, Teil des Planes Gottes war, er für die Fügungen Gottes dankbar ist und sie deshalb von ihm nichts zu befürchten hätten. Es ist das klassisch „Friede sei mit euch!“, das wir von Jesus kennen. Auch er wurde von seinen Brüdern, dem Volk Israel, verraten. Doch auch diese erfüllten nur die Vorsehung Gottes. Das macht die Tat nicht gut, doch nach dem Willen Gottes wird Friede herrschen zwischen ihm und seinem Volk. Menschen, die sich zum Messias bekennen, haben diese Tatsache in der Geschichte immer wieder vergessen. Ja, die Tat war böse und die Täter sind schuldig vor Gott, aber das gilt für alle Menschen. Keiner hat Anlass sich zum Richter über andere zu erheben, aber auch keiner, der sich zu Christus bekennt muss ihn als Richter fürchten.

Wir haben Frieden mit Gott.

1. Mose 46 – 50 >>

Wiedervereinigung (I) – 1. Moses 42 – 45 (27. September – 4. Oktober)

Alle Brüder Josephs – mit Ausnahme Benjamins, des Jüngsten – ziehen zu ihm nach Ägypten hinauf, um dort Korn für die ganze Sippe zu kaufen. Der Regent erkennt seine Brüder, gibt sich selbst ihnen aber nicht zu erkennen und wirft ihnen vor, hebräische Spione zu sein.

Joseph Rising! – 1. Mose 39 – 41 (21. – 26. September)

„Der HERR war mit Josef und so glückte ihm alles.“ (1.Mo 39,2)

Ein Satz, den man in diesen drei Kapiteln, die sich für einen Hollywood Blockbuster eigneten, öfter lesen kann. Doch was in diesem Satz so easy-peasy klingt, fühlt sich für Joseph die meiste Zeit ganz anders an.

Kein Vorbild! – 1. Moses 38 (20. September)

Das Team Mose tut wirklich alles, um keinen falschen Stammesstolz aufkommen zu lassen. Heute gibt es dem Stamm Juda noch eine mit auf den Weg.

Juda findet das Gras auf Nachbars Wiese grüner und heiratet die Tochter eines befreundeten Kanaaniters. Da wir uns aber immer noch in der Zeit vor dem Bund mit Mose befinden ist dagegen im Grunde aber auch nichts zu sagen. Gott hat mit keinem Wort gefordert: „Bleibt unter euch!“. Lediglich alle männlichen Nachkommen Abrahams (damit sind alle nachfolgenden Generationen gemeint) sollen zum Zeichen des Bundes Gottes mit Abraham und dessen Nachkommen beschnitten werden.

Das Nesthäkchen – 1. Mose 37 (18. + 19. September)

Der letzte Aufzug des Buches Genesis beginnt; erzählt wird die Geschichte Josephs, des jüngsten Sohnes von Jakob, der jetzt Israel genannt wird.

Joseph wird von seinem Vater geliebt, so sehr, dass er ihm sogar ein farbiges Kleidungsstück schneidern lässt. Sicher nicht sehr praktisch für die Feld- und Hirtenarbeit, aber dafür um so auffälliger. Natürlich fiel den elf Brüdern die Vorliebe des Vaters für das Nesthäkchen auf und sie wurden neidisch.

Allzu menschlich! – 1. Mose 34 – 36 (15. – 17. September)

Erinnert ihr euch noch an Dina, die Tochter Leas? Normalerweise werden ja Töchter in der Bibel in einem Satz der Form „Und x zeugte weitere Söhne und Töchter.“ erwähnt. Wenn die Bibel eine Tochter nicht nur als Frau von irgendwem sondern als eigenständige Person erwähnt ist das ein Privileg. Naja, die Bibel wurde halt von Männern geschrieben.

Heimkehr – 1. Mose 32 – 33 (12. – 14. September)

Die nächste schwierige Etappe liegt nun vor Jakob: Er wird seinem Bruder Esau begegnen, den er seinerzeit übers Ohr gehauen hat und er erinnert sich noch, dass der vor 20 Jahren dafür Rache schwor.

Auf der Flucht! – 1. Moses 31 (10. + 11. September)

Jakob kommt zu Ohren, dass es den Söhnen Labans gar nicht gefällt, wie seine Herde immer größer und stärker und die Herden ihres Vaters – also ihr Erbe – unter der Obhut von Jakob immer schwächer werden.

Jakob in der alten Heimat – 1. Mose 29 + 30 (6. – 9. September)

Auch Jakob findet seine Herzallerliebste am Brunnen bei Haran, es ist Rahel, die Tochter Labans seines Onkels. Jakob ist sofort bis über beide Ohren verliebt und will für Laban sieben Jahre unentgeltlich arbeiten, wenn er danach Rahel heiraten darf. Der Onkel stimmt zu, schiebt ihm dann aber zunächst die weniger attraktive und ältere Schwester Lea unter. Rahel soll er für weitere sieben Jahre Arbeit bei Labans Herden bekommen.

Annahme verweigert! – 1. Mose 28 (5. September)

Esau ist auf Good-Will-Tour. Er hört, wie Isaak den Betrüger Jakob segnet und ihm den Segen Gottes verspricht, wenn er auch in die Familie einheiratet und einen Bogen um die kanaanitischen Frauen macht. Da Esau schon zwei davon hat, heiratet er jetzt noch schnell eine aus der Familie Ismaels.

Wir benutzen Cookies

Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell für den Betrieb der Seite, während andere uns helfen, diese Website und die Nutzererfahrung zu verbessern (Tracking Cookies). Sie können selbst entscheiden, ob Sie die Cookies zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass bei einer Ablehnung womöglich nicht mehr alle Funktionalitäten der Seite zur Verfügung stehen.