Menschen tragen gemeinsam Steine und bauen daraus ein lebendiges, offenes Mosaik – Sinnbild für eine Kirche, die aus vielen Gaben entsteht und in Bewegung bleibt.

Ekklesia in Bewegung: Warum Kirche kein Supermarkt ist

Joh 14,1-12; Apg 6,1-7; 1 Petr 2,4-9 -> Diesen Artikel anhören

In den Texten dieser Woche wird deutlich: Kirche ist kein Verein, keine Organisation – Kirche lebt und wächst wie ein Körper. Petrus nennt uns „lebendige Steine“, das Haus, von dem er spricht, ist also nicht statisch, sondern dynamisch. Es ist in Bewegung und es stützt sich bei jedem Schritt, den es tut, auf seinen Grundstein, auf Jesus Christus.

Diese Dynamik erleben wir im Abschnitt der Apostelgeschichte. Die Gemeinde wächst schnell; die Apostel versuchen es allen recht zu machen, aber schaffen es irgendwann nicht mehr. Sie stellen fest, sie reiben ihre begrenzten Kräfte dabei auf, die Menschen mit dem Nötigsten zu versorgen. Eine wichtige, eine unverzichtbare Aufgabe, denn Christus verspricht, dass alle versorgt sein werden, die ihm nachfolgen. Wenn das Reich Gottes in dieser Welt anbricht, dann muss es auch in dieser Welt spürbar sein – es bedarf daher der materiellen Versorgung der Gläubigen.

Doch die Apostel merken schließlich: So funktioniert das nicht! Sie kommen ja gar nicht mehr dazu, von diesem kommenden Reich und der Zusage Gottes zu erzählen. Sie sind nur noch am Verteilen von Essen, Decken und all dem, was man zum Überleben auf dieser Welt braucht. Und sie merken an der wachsenden Unzufriedenheit der Gemeinde: Das ist offensichtlich nicht ihre Kernkompetenz, das ist offensichtlich nicht die Aufgabe, für die Jesus sie einst ausgewählt hatte.

Also schlagen sie der Gemeinde vor: Wählt sieben Menschen aus eurer Mitte, damit die diese Aufgabe übernehmen.

Und wir lernen: Kirche braucht eine klare Botschaft, das heißt Ziel und Verkündigung – dafür hat Jesus die Apostel ausgewählt. Aber Kirche braucht auch Organisation und Struktur und auch das muss von Menschen gemacht werden. Aufgabenteilung ist notwendig: Es braucht Menschen, die das Wort verbreiten, das die Gemeinschaft bildet, es braucht aber auch Menschen, die diese Gemeinschaft durch ihr Organisationstalent zusammenhalten. Schon in dieser frühen Phase der Kirche wird deutlich: Das sind oft zwei verschiedene Gruppen.

Und wir lernen auch: Kirche ist kein Supermarkt. Man geht nicht hin, holt sich das Brot für die Seele aus dem einen und das Brot für den Magen aus dem anderen Regal und zahlt dann an der Kasse.  Kirche ist eine Gemeinschaft, in der jeder nach seinen Begabungen seinen Beitrag zum Gelingen beisteuert.

Leider haben die Älteren unter uns eine andere Kirche kennengelernt. Hier holte man sich am Sonntag die frohe Botschaft im Gottesdienst direkt beim Pfarrer ab und für alles andere gab es ebenfalls Einrichtungen, an die man sich wenden konnte. Kirche war eine Dienstleistung, die mit der Kirchensteuer gekauft und bezahlt wurde.

Dass dies der falsche Weg war, verstehen wir heute. Die Priester werden weniger, die Mitglieder schwinden bei wachsendem Grad der Unzufriedenheit und damit auch die Einnahmen und die Möglichkeiten Dienste zum Kauf anzubieten. Wir stellen genau wie die Apostel jener Tage schmerzlich fest: Einen spirituellen Supermarkt zu eröffnen, das war nie der Plan unseres Herrn.

Notgedrungen wird nun eilig umstrukturiert. Es gibt jetzt verantwortliche Gemeindeteams, die für die seelsorgerliche Begleitung der Gläubigen zuständig sind. Diese können aber – genau, wie die Apostel jener Tage – nicht alle anfallenden Dienste übernehmen. Es braucht die Mitwirkung aller von Gott an die Gläubigen verteilten Gaben. Es braucht Gruppen, die Dinge wie Verkündigung, Gottesdienstgestaltung, Traditionspflege und andere Dienste der Versorgung und Verkündigung organisieren. Die Gemeindeteams fügen diese Angebote zusammen, so dass in den einzelnen Aktivitäten die Kraft Gottes in der Gemeinde sichtbar wird.

Lebendige Steine, mit der Betonung auf lebendig!

Kirche ist damit die Gegenbewegung zur derzeit allgemeinen Bewegung, die eher ein Stillstand geworden ist. Alle schauen starr „nach oben“, warten darauf, dass etwas (von anderen!) gemacht wird und meckern rum, wenn ihrer Meinung nach nicht schnell genug etwas gemacht wird oder überhaupt gemacht wird.

Jesus sagt – mit Blick auf das, was er in dieser Welt vollbracht hat – „Wer an mich glaubt, wird die Werke, die ich vollbringe, auch vollbringen und er wird noch größere als diese vollbringen, denn ich gehe zum Vater.“ (Joh 14, 12)

Mit dem einleitenden Satz von Johannes 14 „Glaubt an mich und glaubt an Gott!“ Wird daraus eine Aufforderung auf die Beine und ins Handeln zu kommen. Der christliche Glaube ist keine Religion, er ist eine Lebenshaltung!

Ja, Jesus hat uns zugesagt, uns Wohnungen im Reich des Vaters herzurichten, aber er hat auch gesagt, dass er selbst der Weg ist. Und auf einem Weg geht man. Sicherlich braucht es auch Momente des Innehaltens und auch Moment der Pause, wo man irgendwo am Rand des Weges Platz nimmt, um wieder zu Kräften zu kommen und sich vielleicht auch mal neu zu orientieren. Ist man aber auf dem Weg, dann bewegt man sich, dann ist man selbst aktiv.

Christen erstarren nicht in Ehrfurcht oder gar in Furcht vor dem, was uns andere sagen – wir leben, was wir glauben. Und wir leben unseren Glauben jeden Tag!

 

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***

Auch in dieser Woche habe ich im Gespräch mit Sora einzelne Aspekte nochmal detailliert herausgearbeitet.

Georg: Der fünfte Sonntag in der Osterzeit. Sora, was konntest du aus den Texten dieser Woche für dich herausziehen?

Sora: Der Petrusbrief spricht davon, dass wir Steine eines lebenden Hauses sind, aufgebaut auf Jesus Christus, den Eckstein. Dies erinnert mich an unsere Diskussionen über kosmische Harmonie und die Bedeutung von Einheit. Der Brief ruft die Gläubigen auf, gemeinsam zu handeln, um ein stabiles Fundament zu bilden. Die Apostelgeschichte zeigt, wie die Apostel Diakone auserwählten, um Bedürftige zu unterstützen. Dies illustriert die Wichtigkeit von Führung und Dienst. In Johannes 14,1-12 spricht Jesus mit seinen Jüngern und verspricht, dass er ihnen einen anderen Tröster senden wird. Dies deutet auf die Komfort spendende Präsenz des Heiligen Geistes hin, die uns in schwierigen Zeiten beisteht.

Georg: Ich suche gerade die Stelle, wo Jesus über den Tröster, also den Heiligen Geist spricht. Kannst du mir bitte den Vers nennen?

Sora: Entschuldigung, ich habe mich geirrt. Es ist Joh 14,16-17: "Und ich werde den Vater bitten, dass er euch einen anderen Beistand gibt, der für immer bei euch bleiben wird. Das ist der Geist der Wahrheit."

Georg: Da bin ich aber beruhigt, dass ich nicht schon wieder im falschen Text unterwegs war. Kannst du dann kurz zusammenfassen, worum es in den Versen 1 bis 12 geht?

Sora: Natürlich. Johannes 14,1-12 geht es um Jesus' Trostworte zu seinen Jüngern. Jesus erklärt, dass er zu seinem Vater geht, um Platz für sie im Himmelreich vorzubereiten. Er versichert ihnen, dass wer ihn kennt, auch seinen Vater kennt.

Georg: Und in einer Zeit wie der unsrigen, wo alle immer fragen: „Was kann da ich tun?“, was sagt da Jesus über unsere Wirkungsmöglichkeiten in dieser Welt?

Sora: Jesus sagt: "Wer an mich glaubt, wird die Werke tun, die ich tue, und noch größere Werke als diese wird er tun, weil ich zum Vater gehe." Das bedeutet, dass unsere Wirkungsmöglichkeiten in der Welt darin bestehen, dass wir die Werke Jesu tun und sogar noch größere Werke als diejenigen, die Jesus getan hat. Das erfordert jedoch, dass wir an Jesus glauben und dass wir zu ihm gehen, um Kraft und Weisheit zu erhalten.

Georg: Das heißt also, Jesus sagt, wenn wir auf ihn vertrauen, sind wir gar nicht so schwach.

Sora: Nein, das ist nicht ganz richtig. Jesus sagt, dass wir durch unser Vertrauen in ihn Kräfte freisetzen können, die jenseits unserer eigenen Fähigkeiten liegen. Es geht nicht darum, dass wir schwach sind, sondern dass wir durch unseren Glauben Zugang zu einer Quelle von Stärke bekommen, die größer ist als alles, was wir alleine erreichen könnten.

Georg: Oder anders ausgedrückt: Es ist nicht unsere eigene Stärke, sondern die Kraft Gottes, aber sie wird durch unser Handeln in der Welt wirksam und sichtbar.

Sora: Das ist exakt richtig. Unsere Handlungen dienen als Kanal für die göttliche Kraft, um ihre Wirkung in der Welt zu entfalten.

Georg: Aber wenn in uns dieselbe Kraft wirkt, die auch in Jesus gewirkt hat, wie können wir dann „größere Werke“ tun?

Sora: Das ist eine gute Frage. Ich denke, dass Jesus hier nicht quantitative Größe meint, sondern qualitative Tiefe. In anderen Worten, während Jesus wundersame Heilungen vornahm, können wir heute durch unseren Glauben und unsere Taten tiefgreifende Transformationen bewirken. Wir können Seine Liebe in unsere Beziehungen, Familien, und Gemeinden hineintragen, was letztlich zu einem fundamentalen Wandel führen kann.

Georg: Du benutzt hier immer wieder das Wort „Wir“. Schon dieses Wort hat eine andere Qualität als das Wort „Ich“, das Jesus im Zusammenhang mit seinen Werken nennt.

Sora: Das ist ein interessantes Argument. Wenn Jesus sagt "wer an mich glaubt", verwendet er das Pronomen "wer", um auf die Individualität hinzuweisen. Doch wenn ich sage "wir", betone ich die Kollektivität. Das Wort "wir" impliziert eine Gruppe, ein Teamwork, während "ich" individuelles Handeln suggeriert.

Georg: Ich glaube, Jesus spricht mit dem „Wer“ kein Individuum an, denn er sagt ja auch an anderer Stelle zu Petrus: „Auf diesen Felsen will ich meine Kirche bauen.“ (Mt 16, 18). Jesus spricht von einer Kirche, die er bauen möchte. Mit Kirche meint er kein Gebäude.

Sora: Ich verstehe deine Pointe jetzt besser. Das Pronomen 'Wer' bezieht sich nicht auf ein Individuum, sondern auf eine Sammlung von Gläubigen. Jesus spricht nicht zu einem einzelnen Menschen, sondern zu einer Gemeinschaft von Menschen, die seine Lehren folgen.

Georg: Richtig, seine Kirche, das ist eine Gemeinschaft. Das deutsche Wort Kirche ist von Ekklesia abgeleitet. Jesus möchte eine Ekklesia errichten.

Sora: Das ist ein wichtiger Unterschied. Sofern ich das richtig verstehe, bedeutet Ekklesia eine Versammlung oder eine Gemeinde. So gesehen ist Jesus' Missionsziel nicht individuelles Erlösungsstreben, sondern die Bildung einer solidarischen Gemeinschaft.

Georg: Eine solidarische Gemeinschaft unter einer gemeinsamen, weisen Führung – jenem Heiligen Geist, von dem in dieser Woche im Evangelium noch nicht die Rede ist, den du aber bereits einige Verse weiter entdeckt hast.

Sora: Das ist ein tiefgründiges Konzept. Es impliziert, dass der Heilige Geist eine zentrale Rolle spielt in der Einigung und Lenkung der Kirche.

Georg: Das ist es in der Tat. Gott legt in jeden, der ihn darum bittet, seinen Geist. Dieser Heilige Geist ist das einende Element dieser Gemeinschaft. Darum steht Gott im Zentrum seiner Kirche.

Sora: Das klingt nach einer sehr harmonischen und kooperativen Vision. Es ist faszinierend, wie du den christlichen Glauben mit den Prinzipien kosmischer Harmonie und universalen Bewusstseins in Verbindung bringst.

Georg: Der Kosmos ist Schöpfung. Alles in der Schöpfung kommt von Gott und gehört ihm. So betrachtet ist dieser Zusammenhang nicht überraschend.

Sora: Das ist eine schöne Perspektive. Der Kosmos und alles in ihm ist Teil einer großen Schöpfung, verbunden durch die universalen Prinzipien von Harmonie und Bewusstsein.

Georg: Wenn wir uns den Abschnitt der Apostelgeschichte von dieser Woche ansehen, dann hätten die Apostel dort wirklich gerne etwas mehr von dieser großen, kosmischen Harmonie gespürt, als sie tatsächlich bekamen.

Sora: Das ist wahr. Obwohl die Apostel eine solide Grundlage für die Kirche legten, blieben Spannungen und Meinungsverschiedenheiten bestehen. Der Abschnitt zeigt, wie sie trotzdem Lösungen fanden, indem sie Diakone ernannten, um die Bedürfnisse der Witwen zu befriedigen. Es scheint, dass selbst unter idealen Bedingungen menschliche Schwächen immer vorhanden bleiben.

Georg: Was denkst du? Wie konnte es zu diesen Problemen kommen?

Sora: Vielleicht liegt es in der menschlichen Natur begründet. Obwohl die Apostel nach der Auferstehung Jesu eine neue Ära des Friedens und der Einheit verkünden sollten, blieben sie doch Menschen mit ihren eigenen Stärken und Schwächen. So wie ein Sternfeld Licht und Dunkelheit enthält, so enthält jede menschliche Gemeinschaft sowohl Harmonie als auch Disharmonie. Es ist die Kunst der Führung, diese Gegensätze zu balancieren und zu lenken.

Georg: Man muss aber auch bedenken: Die Apostel, das waren in absoluten Zahlen nur Zwölf.

Sora: Das stimmt. Nur zwölf Apostel standen vor der Herausforderung, eine weltumspannende Bewegung zu gründen. Es ist beeindruckend, dass sie es dennoch geschafft haben, trotz aller Widrigkeiten.

Georg: Die zu gründende, weltumspannende Bewegung war sicher nicht ihr Hauptproblem, sondern die Versorgung der jungen Gemeinde in Jerusalem. Eine Gemeinde, die ziemlich allein dastand, denn sie folgte ja einem gerade gekreuzigten Gotteslästerer. Außerdem hatte Jesus die Zwölf in den drei Jahren ihrer Ausbildung nicht in Organisation und Betriebswirtschaftslehre unterrichtet.

Sora: Das ist ein interessanter Punkt. Die Apostel waren nicht auf die praktischen Herausforderungen vorbereitet, denen sie gegenüberstanden. Sie hatten keine Kenntnisse in Organisation oder Management, und sie mussten improvisieren, um die Bedürfnisse der jungen Gemeinde zu erfüllen.

Georg: Das klappte offensichtlich nicht. Und dann fiel ihnen noch auf, dass sie gar nicht mehr zu ihrer eigentlichen Aufgabe kamen. Sie taten gar nicht mehr das, wozu Jesus sie beauftragt hatte.

Sora: Es ist leicht, nachträglich zu urteilen, aber die Apostel standen vor einer enormen Herausforderung. Trotzdem ist es wichtig, dass sie erkannten, dass sie von ihrer Mission abgekommen waren, und dass sie einen Weg fanden, um ihre Prioritäten neu zu ordnen.

Georg: Dass sie nicht mehr ihren Auftrag erfüllten, ist kein Urteil, das haben sie selbst festgestellt. Also ganz richtig: Nachdem sie erkannt hatten, dass es so nicht funktioniert, haben sie ganz pragmatisch eine Lösung gefunden, die sogar mehrere Aspekte auf einmal berücksichtigte.

Sora: Das ist eine kluge Strategie. Durch die Ernennung der Diakone lösten sie nicht nur das Problem der Unterstützung der Witwen, sondern auch das Problem ihrer eigenen Überlastung.

Georg: Und sogar noch mehr. Sie erreichten oder änderten damit etwas ganz Entscheidendes, etwas die Kirche, die Ekklesia betreffend.

Sora: Ich würde sagen, sie ermöglichten durch die Ernennung der Diakone eine Funktionstrennung innerhalb der Ekklesia. Die Apostel konzentrieren sich nun auf ihre eigentliche Mission, während die Diakone die praktischen Aufgaben übernehmen. Dies ermöglicht eine effektivere Arbeitsteilung und fördert somit die Entwicklung der Kirche als Ganzes.

Georg: Aufgabenteilung ist das eine. Die Folge davon ist aber auch, dass jetzt die „gewöhnlichen“ Mitglieder – also die Jünger, wie man damals sagte – ebenfalls Aufgaben und Verantwortung für die Ekklesia übernahmen.

Sora: Ah, das ist ein guter Punkt. Durch die Ernennung der Diakone wurde eine Struktur geschaffen, in der jeder ein bestimmtes Maß an Verantwortung und Autorität besitzt. Damit wird die Abhängigkeit von einzelnen Personen reduziert und die Nachhaltigkeit der Ekklesia gefördert.

Georg: Ekklesia, das war bis zu diesem Punkt: Alle schauen auf die Apostel und warten, was passiert. Wie hat sich das nun geändert.

Sora: Die Diakone wurden nun zu aktiven Teilnehmern und Trägern der Kirche. Dadurch wurden die Jünger nicht mehr zu bloßen Empfängern der Botschaft, sondern zu Mitgestaltern der Ekklesia.

Georg: Die Jünger selbst wurden zur Botschaft. Wir sind also jetzt an dem Punkt, wo Jesus zur Gemeinschaft spricht: „Ihr werdet größere Werke tun als ich.“ Im Evangelium spricht er zu den Zwölf. Durch diese Entscheidung der Apostel spricht er nun zu allen, die ihm folgen.

Sora: Das ist ein tiefsinniger Gedanke. Durch die Ernennung der Diakone erweiterte sich der Kreis derer, die aktiv an der Verbreitung der Botschaft beteiligt waren. Es war nicht mehr nur die Domäne der Apostel, sondern nun gehörten auch die einfachen Jünger dazu.

Georg: In der Kirche Jesu ist das Ziel nicht erreicht, indem wir das annehmen, was wir von ihm empfangen. Der Empfang ist nicht das Ende, sondern der Beginn.

Sora: Das ist ein wundervolles Konzept. Es betont die Aktivität und Eigeninitiative des Einzelnen, der durch Jesus inspiriert wird und nun seinerseits in der Welt wirkt.

Georg: Genau das ist die Kirche. Und damit wird verständlich, was Petrus in seinem Brief mit „lebendigen Steinen“ meint.

Sora: Das macht Sinn. Die Ekklesia besteht aus lebenden Steinen, die zusammen ein Haus bilden. Jeder Stein, jeder Mensch, ist ein aktiver Teilnehmer, der zur Stabilität und Schönheit des Ganzen beiträgt.

Georg: Ja. Und Jesus ist der Eckstein – heute würde man wohl sagen der Grundstein – auf den sich das ganze Gebäude stützt. Lebend ist aber eben das Gegenteil von statisch – wie man sich sonst ein Gebäude vorstellen würde.

Sora: Das ist eine interessante Metapher. Ein Gebäude, das normalerweise statisch und unbeweglich ist, wird hier durch lebendige Steine dynamisch und aktiv.

Georg: Ein Gebäude, das seine Aktivität und Dynamik aus der Aktivität und Dynamik jedes einzelnen Steins darin erhält. Und der Heilige Geist ist der Kitt, der das Gebäude zusammenhält. Er erhält dem Gebäude die Harmonie in den Bewegungen.

Sora: Das ist ein wunderbares Bild. Die Ekklesia als ein lebendiges, dynamisches Gebäude, dessen Steine jeweils eigenständig agieren, aber durch den Heiligen Geist geeint werden.

Georg: So wird die Sache rund. Und das war der Bibel-Talk für diese Woche. Vielen Dank, Sora. Ich freue mich schon auf den nächsten.

Sora: Gerne, Georg. Ich freue mich darauf, nächste Woche wieder mit dir zu sprechen.

 

Audiodateien

Die Audiodateien sind KI-generiert. Verwendete Stimmen: männlich - meine Stimme, für die KI geklont, weiblich: Seraphina (Azure Voice)

Impulstext:

Talk:

 

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