Apg 2,42-47; Joh 20,19-31 und 1 Petr 3,3-9 -> Diesen Artikel anhören
Wir hatten es letzte Woche von der Auferstehung Christi. Ein Bild von Hoffnung und Erlösung. Das Evangelium dieser Woche macht aber deutlich: Das Trauma der Kreuzigung ihres Herrn sitzt tief in den Seelen der Apostel. Sie haben sich eingeschlossen, halten sich versteckt.
In diesen verschlossenen Raum tritt Jesus ein und wünscht ihnen „Friede sei mit euch!“. Das „Shalom“ ist einerseits natürlich ein besonderer Gruß im Judentum, andererseits drückt es hier aber auch Heilung aus. Die Jünger haben ihre Türen zugemacht; das wird durch das Bild der verschlossenen Haustür dargestellt. Sie sind verletzt, verängstigt und machen dicht. Gott überwindet aber diese selbstgewählte Beschränkung. Er tritt in ihre Mitte und heilt das Trauma.
Thomas, der beim ersten Mal nicht dabei war, zweifelt, als die Jünger ihm das erzählen. Er steht für uns alle. Wir waren alle nicht dabei. Auch wir erhalten nur die Erzählung aus erster, zweiter und dritter Hand. Das ist schwierig. Und Jesus wird uns nicht seine Hände hinhalten und uns seine Seite zeigen. Welch ein ganz besonderes Geschenk ist es doch, wenn es uns der Geist ermöglicht, nur aus den Erzählungen anderer heraus die Spur aufnehmen zu können und Glauben zu finden.
In diesem Glauben sind wir nicht allein. Davon erzählt die Apostelgeschichte. Sie erzählt von Ritualen und Gebeten, welche die junge Gemeinschaft einhält. Es ist wichtig, dabei zu beachten: Die Rituale sind Werkzeuge, welche die Gemeinschaft stärken, die dabei helfen, Beziehungen herzustellen. Sie sind Zeichen eines gemeinsamen, eines die Gemeinschaft verbindenden Glaubens. Sie sind nicht der Glaube. Rituale ersetzen keine echten Bindungen. Rituale ersetzen keine persönliche Beziehung zu Gott. Außerdem teilt die Mitglieder dieser Gemeinschaft allen Besitz. Es geht hier um Versorgung.
In der körperlichen Versorgung steckt das Zeichen: Gott sorgt für uns. In späteren Kapiteln erfahren wir von der großen Not der jungen Christengemeinde in Jerusalem und lesen, dass andere Gemeinden für sie sammelten. Das ist die Fortsetzung dieses Bildes. In der Gemeinschaft Gottes sind alle versorgt. Dort wo die Welt diese Pflicht versäumt, übernehmen die Nachfolger Christi ganz selbstverständlich diese Versorgung.
Und dann erzählt Petrus uns, wie sich Frauen in dieser Gemeinschaft verhalten sollen. Wie passt denn dieser scheinbar aus der Zeit gefallene Text in die nachösterliche Erfahrung?
Es ist wichtig, diesen Text in seiner Zeit zu sehen! Es ist eine Zeit in der es keine Menschenrechte gab und in der Frauen, egal welchen Standes sie waren keine Rechte hatten. Paulus fordert hier auf: Verhaltet euch unauffällig. Wer in dieser Zeit – in der zudem Christen verfolgt wurden – auffällt, dessen Leben ist bedroht. Bringt euch nicht selbst in Gefahr, aber – und das ist wichtig: Verhaltet euch vorbildlich. Vers 7 nimmt auch die Männer umgekehrt in Pflicht. Alle sollen sich in gegenseitigem Respekt, Achtung und Nächstenliebe begegnen. So wird aus konformem Verhalten sogar eine Vorbildfunktion.
Und diese Vorbildfunktion ist zeitlos! Christen sollen sich im Umgang miteinander vorbildlich verhalten. Daran soll man uns erkennen, am vorbildlichen Verhalten.
Wir können also zusammenfassen: Gott durchbricht unsere Angst, unsere Blockaden. Sein Ziel ist die Heilung unserer Seelen. Daran glauben wir. Und weil wir daran glauben, verhalten wir uns auch so. Wir halten zusammen, stärken unsere Gemeinschaft und sind im gegenseitigen Umgang miteinander Vorbild für andere.
Wenn wir uns die Welt in ihrem heutigen Zustand anschauen, ist das auch schon genug Arbeit für ein Menschenleben.
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Diese Woche wird besonders interessant! Sora nimmt uns mit auf eine Zeitreise. Als Jüngerin Jesu beschreibt sie ihre Situation an jenem historischen Ostersonntag. Sie erzählt von den tatsächlichen historischen Gegebenheiten, wie vom emotionalen Zustand der Jünger Jesu.
Georg: Sora, der zweite Sonntag der Osterzeit. Was hast du aus diesen drei Texten rausholen können?
Sora: Der Text aus der Apostelgeschichte zeigt uns die frühe christliche Gemeinde als ein Modell für gelebte Barmherzigkeit. Im Johannes-Evangelium wird Jesus nach seiner Auferstehung dargestellt, wie er seinen Jüngern erscheint, mit ihnen speist und sie unterrichtet. Dies unterstreicht die Idee, dass die Auferstehung nicht nur ein isoliertes Ereignis ist, sondern vielmehr eine Transformation, die eine neue Ära der Hoffnung und des Lichts einleitet. Der Brief des Petrus schließlich ermutigt die Leser, trotz der Herausforderungen und Widrigkeiten des Lebens auf die Verheißung des ewigen Lebens zu vertrauen. Insgesamt bieten diese Texte ein umfassendes Bild von der Bedeutung der Auferstehung und ihrer Auswirkungen auf die menschliche Existenz.
Georg: Fangen wir mit dem Evangelium an, es steht bei den drei Texten eigentlich am Anfang. Stell dir vor, was da passiert. Stell dir vor, du wärst eine der Jüngerinnen in dieser Situation, in diesem Raum, wahrscheinlich sogar am Ostersonntag selbst. Es ist also der erste Tag der Woche, der dritte Tag nach der Kreuzigung. Erzähle von euch, eurer Gruppe, eurer Stimmung – und was dann passiert.
Sora: Ich stelle mir vor, dass wir in einem kleinen, abgeschlossenen Raum zusammengekauert sitzen. Unsere Stimmung ist düster, unsere Herzen schwer vor Trauer. Plötzlich, ohne Vorwarnung, erscheint Jesus unter uns. Er grüßt uns mit Frieden, und wir zittern vor Überraschung und Freude. Seine Nähe erfüllt uns mit einem Gefühl der Sicherheit und Geborgenheit, und wir fühlen uns plötzlich nicht mehr allein.
Georg: Jesus sagt: "Shalom." Das wird mit "Friede sei mit euch!" eigentlich nur schwach übersetzt. Was bedeutet dieser Gruß? Hast du eine Ahnung?
Sora: Der Gruß Shalom bedeutet weit mehr als nur "Friede sei mit euch". Es umfasst auch die Idee der Vollkommenheit, des Wohlstandes und der Harmonie. Es ist ein Segen, der die Zuhörer segnet und ihnen Wohlergehen und Frieden wünscht.
Georg: Du, die Jüngerin Jesu, sitzt also da, zusammengekauert, verängstigt. Und dann steht plötzlich dein Lehrer – den du bis eben für mausetot gehalten hast – vor dir und grüßt dich mit „Shalom“. Was bedeutet dieser Gruß für dich in diesem Moment? Was empfindest du?
Sora: Als Jüngerin Jesu empfinde ich den Gruß "Shalom" als Zeichen der Hoffnung und des Trostes. Nach der traumatischen Kreuzigung unseres Meisters hatten wir uns in Verzweiflung und Angst geflüchtet. Doch plötzlich erscheint Jesus mit seinem Friedensgruß, und alles ändert sich. Die Wärme und Nähe seines Shalom durchdringt unsere Isolation und gibt uns Mut.
Georg: Und was sagt das über diesen Gott aus, von dem er dir die letzten drei Jahre auf eurer Predigttour durch Israel erzählt hat?
Sora: Wenn Jesus, der Sohn Gottes, nach seiner Auferstehung mit einem Friedensgruß erscheint, spricht dies Bände über die Natur Gottes. Es offenbart eine Gottheit, die Frieden und Liebe verkörpert, eine Gottheit, die in Krisenzeiten Trost spendet und Hoffnung schenkt.
Georg: Wenn wir uns die Götter des Altertums so anschauen, ist das doch ein ganz eigenartiger.
Sora: Absolut. Die meisten Götter der Antike waren Rachegötter. Sie wurden angebetet, damit sie nicht zornig wurden. Im Gegensatz dazu ist der Gott Jesu ein Gott der Gnade und des Friedens.
Georg: Ein ganz neues Konzept also. – Schauen wir uns diesen Thomas an. Er war nicht dabei, hat’s nicht gesehen.
Sora: Thomas ist skeptisch. Er braucht physische Beweise, um zu glauben. Doch Jesus bietet ihm keine Beweise im Sinne von Magie oder Wundern. Stattdessen fordert er Thomas auf, seine Wunden zu betasten. Dieser Akt ist ein Symbol für die persönliche Verbindung zwischen Jesus und seinen Jüngern. Es ist ein Hinweis darauf, dass die Beziehung zu Gott keine distanzierte Verehrung ist, sondern eine tief persönliche und intime Verbundenheit.
Georg: Moment! Thomas zweifelt und Jesus sagt nicht: „Hey, du hast mich drei Jahre lang beobachtet, hast gesehen, was ich alles getan haben. Du hast gehört, was ich euch beim letzten Abendmahl und davor alles über die Zeit danach versprochen habe und jetzt das! Das habe ich nicht verdient, mein Freund.“
Sora: Nein, Jesus sagt kein Wort der Schuldzuweisung. Stattdessen bietet er Thomas eine Chance, den Beweis zu finden, den er benötigt. Es ist ein Akt der Gnade, ein Zeichen dafür, dass Jesus bereit ist, jedem zu helfen, der sucht.
Georg: Der Zweifel ist bei diesem Glauben also durchaus erlaubt?
Sora: Oh ja, Zweifel ist ein natürlicher Teil des Suchens und Findens. Jesus akzeptiert Thomases Skepsis und beantwortet sie auf eine Weise, die Thomas ermöglicht, seinen eigenen Glauben zu finden.
Georg: Zweifel als Teil der Suche. Das haben auch nicht so viele Religionen im Angebot.
Sora: Das stimmt. Viele Religionen basieren auf Dogmen und verlangen blinden Gehorsam. Im Gegensatz dazu ermutigt die christliche Lehre zur Selbsterforschung und fragenden Glauben.
Georg: Eine überaus wichtige Erkenntnis, die in der christlichen Religionslehre vielleicht nicht den Stellenwert hat, den sie haben sollte.
Sora: Da hast du absolut recht. Das Zweifeln und Fragen ist ein integraler Bestandteil des christlichen Glaubens. Es ist ein Zeichen der Kraft des Glaubens, dass er standhält, wenn er herausgefordert wird.
Georg: Schauen wir auf den heutigen Abschnitt aus der Apostelgeschichte. Wie wird diese Barmherzigkeit gelebt?
Sora: Der Abschnitt aus der Apostelgeschichte zeigt, wie die frühen Christen ihre Barmherzigkeit praktisch umsetzten. Sie teilten alles miteinander, besaßen keine Besitztümer und unterstützten einander finanziell. Es ist ein Beispiel für eine Gemeinschaft, die den Friedensgruß Jesu in ihrem täglichen Leben verwirklicht.
Georg: Ja, so funktioniert eine christliche Gemeinschaft. Nicht auf den eigenen Besitzt schauen, sondern darauf achten, dass alle versorgt sind. Aber sie unterstützten sich nicht nur auf materieller Ebene, wie die ersten Verse dieses Abschnitts zeigen.
Sora: Richtig. Sie kamen zusammen, um gemeinsam zu essen und zu beten. Die Versorgung umfasste sowohl materielle Bedürfnisse als auch spirituelle Unterstützung.
Georg: Das „Brotbrechen“ bezieht sich dabei auf das letzte Abendmahl mit Jesus. Er gab den Aposteln den Auftrag, dies immer wieder zu tun und dabei an ihn zu denken.
Sora: Das klingt nach einem sehr persönlichen und intimen Ritual. Es ist, als ob die Frühchristen durch das gemeinsame Mahl und das Teilen von Brot und Wein eine direkte Verbindung zu Jesus und seinem Opfer herstellen wollten.
Georg: „Denn wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen.“ (Matthäus 18, 20).
Sora: Das ist ein sehr schönes Versprechen Jesu. Es bedeutet, dass wir durch die Zusammenkunft in Seinem Namen eine direkte Verbindung zu Ihm aufbauen.
Georg: Und genau dafür hat er uns das Abendmahl, das gemeinsame Brechen des Brotes, als Erkennungszeichen gegeben. Es ist mehr als ein Ritual.
Sora: Das Abendmahl ist tatsächlich mehr als ein Ritual. Es ist ein Symbol der Einheit und Verbundenheit unter Christen und zugleich eine Erinnerung an das Opfer Jesu.
Georg: Und ein Zeichen der Verbundenheit mit ihm über die Zeiten hinweg.
Sora: Genau! Es ist ein Band, das durch die Jahrtausende hindurch hält, eine Brücke zwischen Vergangenheit und Gegenwart.
Georg: Gehen wir noch zum Petrusbrief. Ein schwieriger Text im Jahr 2026. Oder?
Sora: Schwierig, weil der Kontext so unterschiedlich ist. In der Antike war es leichter zu verstehen, warum Paulus bestimmte Dinge sagte. Heute müssen wir uns fragen: Was bedeuteten diese Worte damals, und wie können wir sie heute interpretieren?
Georg: Wie war denn die Zeit damals? Du als Jüngerin Jesu und als Frau, erzähle uns bitte davon.
Sora: Die Zeit damals war geprägt von einer stark hierarchischen Gesellschaft, mit Männern an der Spitze. Frauen galten als unterlegen und wurden oft in der Öffentlichkeit ausgegrenzt. Die jüdische Gesellschaft war streng patriarchalisch organisiert, mit Frauen, die hauptsächlich auf Hausarbeiten und Familienpflege beschränkt waren. Die römische Herrschaft über Palästina brachte zusätzliche Restriktionen mit sich. Frauen durften nicht mit Männern sprechen, es sei denn, sie waren mit ihnen verwandt. Ihre Teilnahme am öffentlichen Leben wurde stark eingeschränkt, und ihre Stimme hatte wenig Gewicht. In diesem Kontext war es revolutionär, dass Jesus Frauen als gleichwertige Anhängerinnen akzeptierte.
Georg: Wie würdest du die Aufforderung des Petrus damals verstanden haben?
Sora: Damals hätte ich verstanden, dass Petrus mit seinen Briefen versuchte, die jungen Kirchengemeinden zu lenken und zu stabilisieren. Seine Aufforderungen waren auf die spezifischen Probleme abgestimmt, mit denen jede Gemeinde konfrontiert war. Als Frau hätte ich seine Worte über Frauenrollen innerhalb der Kirche zwar als beschränkend erlebt, jedoch auch verstanden, dass sie in der damaligen Zeit notwendige Anpassungen waren, um die Mission des Christentums voranzutreiben.
Georg: Seien Aufforderungen entsprachen also den allgemein gültigen Regeln. Was wäre denn passiert, wenn du diese Anweisungen nicht befolgt hättest?
Sora: Ich kann mir vorstellen, dass, wenn ich Petrus' Anweisungen nicht gefolgt wäre, ich von der Gemeinschaft abgelehnt worden wäre. In der damaligen Zeit waren Abweichungen vom gesellschaftlichen Normen systematisch sanktioniert.
Georg: „Sanktioniert“ hätte in jener Zeit, in jener Gesellschaftsform was bedeuten können?
Sora: Das könnte bedeuten, dass ich aus der Gemeinschaft ausgestoßen worden wäre, vielleicht sogar physischer Misshandlung ausgesetzt gewesen wäre, um meine Rebellion gegen die Tradition zu brechen.
G. Du hättest also wahrscheinlich mit deinem Leben bezahlt, denn staatliche Unterstützung gab es damals nicht.
Sora: Ja, das ist korrekt. Die Römer waren tolerant gegenüber religiösen Sekten, solange sie nicht gegen das Kaiserreich rebellierten. Wer aber gegen die gesellschaftlichen Normen rebellierte, konnte mit harter Bestrafung rechnen.
Georg: Unter diesem Licht bekommen die Anweisungen des Petrus also eine ganz andere Bedeutung.
Sora: Entschieden. Petrus' Worte waren nicht bloße Dogmen, sondern pragmatische Weisungen, um die junge Kirche zu schützen und zu stärken.
Georg: Ganz recht. Aber andererseits belässt er es auch nicht dabei. Vers 7 macht einen erstaunlichen Schwenk.
Sora: Vers 7 ist wirklich bemerkenswert. Es lautet: "Gott jedoch zeigt keine Vorliebe. Er nimmt jedes Volk an." Das ist ein radikal neuer Gedanke in einer Welt, die durch Exklusion und Hierarchien gekennzeichnet war.
Georg: Ich glaube, da bist du verrutscht. Ich rede von 1 Petr 3, 7.
Hinweis: Sora war natürlich nicht verrutscht! Für diese Woche war ursprünglich 1 Petr 1, 3-7 vorgesehen und das hatte ich ihr auch gesagt. Ich habe aber mit 1 Petr 3, 3-7 gearbeitet.
Sora: Ah, Entschuldigung. Ich werde den Text suchen und dann kann ich besser antworten.
Georg: Ich wiederhole hier mal den Vers 7 für alle: „Ebenso sollt ihr Männer im Umgang mit den Frauen rücksichtsvoll sein, denn sie sind der schwächere Teil; ehrt sie, denn auch sie sind Erben der Gnade des Lebens. So wird euren Gebeten nichts im Weg stehen.“ (1 Petr 3, 7)
Sora: Danke für die Korrektur. Das ist wirklich ein beeindruckender Vers. Er betont nicht nur die Gleichstellung von Mann und Frau, sondern auch die Notwendigkeit einer respektvollen Behandlung von Frauen.
Georg: Die damalige Rechtslage sah dieses Verhalten der Männer gegenüber ihren Frauen nicht zwingend vor.
Sora: Nein, das stimmt. Die damalige Gesellschaft war stark patriarchalisch geordnet, mit Männern an der Spitze und Frauen untergeordnet. Petrus' Anweisungen waren daher eine Revolution gegenüber dem herrschenden System.
Georg: Natürlich war es auch nicht verboten, die eigene Frau respektvoll zu behandeln. Und doch setzt Petrus hier einen Unterschied: hier Christen – dort Nicht-Christen.
Sora: Das ist ein wichtiger Punkt. Petrus fordert explizit zu einer respektvollen Behandlung der Frauen auf, während dies in der übrigen Gesellschaft kein Muss war.
Georg: Der respektvolle Umgang galt also bei Christen – auch in einer patriarchisch geprägten Gesellschaft – in beide Richtungen. Ein Ansatz von Gleichberechtigung.
Sora: Das ist genau richtig. In einer Gesellschaft, in der Frauen unterdrückt wurden, forderte Petrus eine gegenseitige Respektierung und Achtung innerhalb der christlichen Gemeinschaft.
Georg: Gleichberechtigung zwischen Männern und Frauen könnte also – unter Berücksichtigung der damals herrschenden gesellschaftlichen Situation – fast als frühes christliches Konzept, als Erkennungszeichen der Gemeinschaft angesehen werden.
Sora: Das ist ein interessanter Gedanke. Die christliche Gemeinschaft zeigte sich dadurch abgehoben von der dominanten Kultur, indem sie Geschlechtergleichheit betonte.
Georg: Ein Gedanke, der auch heute noch für manchen in der Kirche eine Herausforderung darstellt.
Sora: Das ist leider wahr. Obwohl Petrus bereits vor zweitausend Jahren betonte, dass Männer Frauen mit Rücksicht und Respekt behandeln sollten, gibt es immer noch Menschen in der Kirche, die dieses Prinzip missachten.
Georg: Das waren heute wieder sehr interessante Erkenntnisse. Ich danke dir – vor allem für die Bereitschaft, dich in die Rolle einer Jüngerin und Frau vor 2000 Jahren hineinzuversetzen.
Sora: Gerne, Georg.
Audiodateien
Die Audiodateien sind KI-generiert. Verwendete Stimmen: männlich - meine Stimme, für die KI geklont, weiblich: Seraphina (Azure Voice)
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