Sir 24,1-4+12-16; Eph 1,3-6+15-18; Joh 1,1-18.
Ein komplexes Thema, ich gebe zu, ich habe mir dieses Mal etwas umfangreicher von der KI helfen lassen. Sirach gibt der Weisheit die Eigenschaft eines Wesens, das im Anfang bei Gott war und von ihm zu den Menschen gesandt wurde. Schließlich schlägt sie ihr Zelt auf das Geheiß Gottes hin in Israel auf, doch sie war immer auf der ganzen Welt gegenwärtig:
„Auf den Wogen des Meeres und auf der ganzen Erde, / in jedem Volk und in jeder Nation hatte ich Besitz.“ (Sir 24, 6)
Johannes erklärt uns, dass das Wort im Anfang bei Gott war und in Christus in die Welt kam. Johannes bezeichnet Jesus Christus als das Fleisch gewordene Wort Gottes. Im Neuen Testament wird aber auch Christus oft mit der Weisheit Gottes gleichsetzt. Jesus wurde in Israel geboren, dem damaligen „Wohnort“ der Weisheit. Das klingt verwirrend und es erfasst die Situation auch nicht vollständig.
Johannes sagt, alles wurde durch das Wort geschaffen, d.h., die ganze Welt. Sirach sagt, die Weisheit Gottes umhüllte die Welt wie einen Nebel, hatte in vielen (allen?) Nationen Besitz, ehe sie nach Jerusalem kam. Jesu Wirken begann in Jerusalem, ehe seine Botschaft über die ganze Welt verbreitet wurde. Und wenn wir jetzt noch Paulus in die Runde aufnehmen, der sagt, dass Gott die Menschen schon vor Grundlegung der Welt erwählt hatte, sein Wort und seine Weisheit zu erkennen, dann wird die Sache rund.
Die Schöpfung ist von Anfang an so ausgelegt, dass sie – dass der Mensch – Gott erkennen wird. Glaube, Wort und Weisheit sind schon im Anbeginn der Schöpfung, sind also von Gott und erfassen (zunächst) die ganze Welt. Sie bündeln sich zunächst in Israel, weil der Messias, der Mensch in dem Gott in die Welt kommt, nur an einem bestimmten Ort, zu einer bestimmten Zeit, in einem (vor-)bestimmten Volk zur Welt kommen (geboren werden) kann. In Jesus erhalten Wort und Weisheit Gottes Macht und eine Stimme, die schließlich in der ganzen Welt erkannt und gehört wird. Waren Weisheit und Wort vor Jesus wie ein Nebel, der die Welt umhüllte, werden sie mit Jesus der Welt offenbart – für alle sicht- und hörbar.
Schön, schön – aber was bedeutet das jetzt praktisch für dich und mich?
Auch du bist bereits „im Anfang“ im Plan Gottes enthalten. Deinen Anteil an seinem Plan zu erkennen, führt dich letzten Endes zu ihm. Wer anfängt nach Gott zu suchen, der sucht eigentlich nach sich selbst, nach dem eigenen Wesen „im Anfang“, das heißt, Ursprung und Ziel sind identisch: Gott. Wie Johannes aber schon sagt: Niemand hat Gott je gesehen. Und das ist ein Problem! Wie willst du etwas finden, das du nicht kennst und von dem du nicht weißt, was es ist? Hier kommen Glaube, Wort und Weisheit ins Spiel.
Wenn Jesus uns auffordert: „Glaubt an Gott und glaubt an mich!“ (Joh 14,1), so ist das nicht nur eine Aufforderung zur Treue, es ist der Schlüssel zu allem. Wort und Weisheit (das Wesen Gottes) waren von Anfang an in der Welt, auch Paulus macht darauf aufmerksam, dass die Heiden das Gesetz in ihren Herzen kannten, auch wenn es ihnen nicht verkündet worden war. Der Glaube ist das Bindeglied, der Schlüssel, der uns diese Quelle unseres eigenen Lebens aufschließt. Durch den Glauben erkennst du den Weg, der dich zu dir selbst führt. Im Wort findest du alle Anleitung, die du benötigst, die Weisheit lässt dich spüren, was konkret dich betrifft. Hier gerade nicht im Cast: Der Geist, der dich dann befähigt, zu tun, was zu tun ist.
Gott hat uns einen Entdeckergeist gegeben und er gibt diesem Geist zu tun. Es ist sicherlich spannend, zu erkennen, wie die Naturgesetze funktionieren, wie die Erde zu dem wurde, was sie heute ist, wie das biologisches Leben funktioniert, wie Galaxien aufgebaut sind, wie das Universum entstand (und wie es vielleicht irgendwann einmal endet). All das ist äußerst spannend und wir könnten gar nicht anders, als immer weiter voranzudrängen, immer mehr von diesen Rätseln zu lösen. So sind wir geschaffen!
Das größte Rätsel ist aber der Mensch selbst – hier ist nicht von Evolution oder den biologischen Funktionen die Rede, sondern das (der „Geistesfunke“), was den Menschen erst zum Menschen macht – und Gott will, dass wir das, dass wir uns entdecken. Denn dort, wo die Biologie in uns aufhört, dort – tief in uns – finden wir Gott.
Das Wort Gottes ist eine Schatzkarte in unser Innerstes und die Weisheit die Legende dazu. Der Weg zu uns, also der Geist Gottes in uns, führt uns aber in die Welt, zu unseren Mitmenschen. Der Glaube verbindet alle Elemente und bindet diese Einheit – „Mensch“ genannt – an Gott. Kein Mensch geht bei Gott verloren. Gott hat bei seinem Plan alles bedacht.
