Jes 42,5a.1-4.6-7; Apg 10,34-38; Mt 3,13-17.
„So spricht Gott, der HERR, / der den Himmel erschaffen und ausgespannt hat, / der die Erde gemacht hat und alles, was auf ihr wächst, der dem Volk auf ihr Atem gibt / und Geist allen, die auf ihr gehen.“ (Jesaja 42, 5)
Und Auftritt für den Geist Gottes!
Letzte Woche hatte ich den einfach mit in den Cast aufgenommen, obwohl dort ja eigentlich nur Wort und Weisheit genannt waren. Aber nur alle drei gemeinsam ergeben den Sinn. Es ist ein dreieiner Gott, egal wie wir es drehen und wenden. Weisheit, Wort, Geist – Vater, Sohn, Heiliger Geist. Gott hat immer diese drei Ebenen.
Diese Woche also steht der Geist im Mittelpunkt, der – und das wird uns jetzt nicht mehr wundern – auch nicht exklusiv zu einer bestimmten Gruppe, sondern über alle Nationen ausgesandt – ausgeschüttet – wird.
Den Anfang macht Gott in Jesus. Und es ist ein Anfang! Bisher kam der Geist heimlich, im stillen Kämmerlein. Irgendein armer Mensch war plötzlich zum Propheten berufen und wurde von Gott an der kurzen Leine geführt, um den Menschen den Willen Gottes zu verkünden und manchmal auch durch eigenartige Taten zu verdeutlichen. Jesus wird in der Öffentlichkeit von Johannes getauft und danach kommt – ebenso öffentlich – der Geist Gottes über ihn. Gott nennt ihn seinen geliebten Sohn.
Petrus, der eigentlich der Meinung war, dieser Jesus – sein Lehrer und Freund – wäre eigentlich nur für sein Volk bestimmt, nur in sein Volk gesandt worden, wird eines Besseren belehrt, als der Geist ihn zum Römer Cornelius schickt, der zu seiner Überraschung gläubig ist. Jetzt begreift er, dass die Botschaft des Heilands an die Welt gerichtet ist. Gott will die Menschen heilen, er schaut nicht auf irdische Dinge wie sozialer Stand und Abstammung. Was wieder einmal zeigt, dass Petrus nicht immer ganz bei der Sache war in den letzten drei Jahren. Die Geschichte mit der kananitischen Frau, deren Tochter Jesus heilt, nachdem er ihren Glauben erkannt hat (Mt 15, 21ff) oder die Situation am Jakobsbrunnen mit der Samariterin (Joh 4, 7ff) hätten schon deutliche Zeichen sein können, wohin der Geist durch Jesus ausgesandt werden wird.
Jesaja war da offensichtlich bereits näher dran, wie das obige Zitat zeigt.
Und genau das bewirkt der Geist, wenn er über uns Menschen kommt!
Durch ihn beginnt in uns ein neues Leben. Der Geist, von Gott in uns hineingelegt, markiert einen Anfang.
Mit der Taufe Jesu fing das an und es wird nicht mehr enden, solange es Menschen auf diesem Planeten gibt. Wir, die wir die Taufe im Herzen tragen, sind die geliebten Kinder Gottes.
In seiner Prophezeiung beschreibt Jesaja also nicht nur das Wesen des Christus, er beschreibt auch das Wesen, das Gott in jeden hineinlegt, dem er seinen Geist gibt, damit es sich in ihm entfalte:
„Siehe, das ist mein Knecht, den ich stütze; / das ist mein Erwählter, an ihm finde ich Gefallen. Ich habe meinen Geist auf ihn gelegt, / er bringt den Nationen das Recht. Er schreit nicht und lärmt nicht / und lässt seine Stimme nicht auf der Gasse erschallen. Das geknickte Rohr zerbricht er nicht / und den glimmenden Docht löscht er nicht aus; / ja, er bringt wirklich das Recht. Er verglimmt nicht und wird nicht geknickt, / bis er auf der Erde das Recht begründet hat. / Auf seine Weisung warten die Inseln. So spricht Gott, der HERR, / der den Himmel erschaffen und ausgespannt hat, / der die Erde gemacht hat und alles, was auf ihr wächst, der dem Volk auf ihr Atem gibt / und Geist allen, die auf ihr gehen. Ich, der HERR, habe dich aus Gerechtigkeit gerufen, / ich fasse dich an der Hand. Ich schaffe und mache dich zum Bund mit dem Volk, / zum Licht der Nationen, um blinde Augen zu öffnen, / Gefangene aus dem Kerker zu holen und die im Dunkel sitzen, / aus der Haft.“ (Jes 42, 1-7)
Jesus ist nur der erste von vielen. Das Erlösungswerk Gottes über alle Menschen und Nationen ist keine Ein-Mann-Show!
