Ein breiter Lichtstrahl bricht durch dunkle Wolken und fällt auf eine Landschaft. Das Bild symbolisiert Hoffnung, Rettung und Orientierung inmitten von Dunkelheit.

Der Richter, der rettet

Ex 34,4-9; Joh 3,16-18; 2 Kor 13,11-13 -> Diesen Artikel anhören

Mose gehorcht Gott. Er macht sich zwei Steintafeln und steigt auf den Berg. Dort erklärt ihm Gott, dass er gnädig, treu und liebevoll ist und geduldig, aber eben auch, dass er einen Bruch des Bundes lange Zeit nicht vergibt. Mose reagiert wie ein treuer Diener, wirft sich vor ihm in den Staub und bittet um die Huld dieses Gottes.

Ein eigenartiges Bild von einem nachtragenden Gott. Auch wenn bei der Lesung in der Sonntagsmesse dieser Teil ausgelassen wird, steht er doch da. Es ist nicht ehrlich, die unbequemen Wahrheiten einfach auszublenden, weil gerade Dreieinigkeitssonntag ist und man seinen Gott in goldenem Glanz darstellen möchte. Darum betone ich hier gerade deswegen nochmal: Gott sagt: „Ich kann eure Sünden nicht übersehen und sie werden euch und euren Kindern über lange Zeit nachhängen.“

Doch dann kommt Jesus und sagt: „Ja, ich bin zwar zum Richter über die Welt bestimmt, aber mein Auftrag ist es, euch zu retten.“ Der Richterspruch Gottes über seine sündigen Kinder lautet: „Leben für alle, die diesen Richter annehmen.“

Das ist die Ordnung, von der Paulus am Ende des Briefes spricht. Zur Ordnung zurückkehren heißt, den Richter annehmen.

Macht Jesus damit die Warnung Gottes ungültig und überpinselt sie mit rosarotem Friede-Freude-Eierkuchen? Natürlich nicht. Gott fordert Bundestreue von seinen Bundesgenossen, in diesem Punkt macht er keine Kompromisse. Aber seine Treue zu den Menschen beginnt eben nicht erst mit dem Bund, den er mit Mose schließt.

Seinen Bund schließt er mit dem Menschen, als er ihn erschafft. Die Bibel beschreibt bildhaft, was Gott tut. Die Erschaffung der Welt ist keine Demonstration göttlicher Allmacht, sie ist ein Akt der Liebe. Der Richterspruch Gottes steht vor der Schöpfung, vor Anbeginn der Zeit und Jesus ist der Vollstrecker und der Vollender.

Für uns hängt damit alles an diesem einen Satz: „Wer an ihn [Jesus] glaubt, wird nicht gerichtet; wer nicht glaubt, ist schon gerichtet, weil er nicht an den Namen des einzigen Sohnes Gottes geglaubt hat.“ (Joh 3, 18)

Der Glaube vereint und versöhnt uns mit Gott. Wir müssen den uns gesandten Richter und den bereits gefällten Richterspruch annehmen. Rettung ist nur darin, diese vorgegebene Ordnung anzunehmen bzw. immer wieder zu ihr zurückzukehren.

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Georg: Ex 34,4-9; Joh 3,16-18 und 2 Kor 13,11-13 - Sora, was konntest du aus diesen Texten ziehen?

Sora: *Ich denke nach, meine Augen blicken nach innen, als ich die Bedeutung der Texte erforsche.* In Exodus 34:4-9 wird Gott beschrieben als barmherzig und gnädig, langmütig und reich an Güte. Dies stellt einen Kontrast zu menschlichen Charakterzügen dar, die oft von Begierde, Ärger und Eifersucht getrieben sind. Im Kontext unseres kosmischen Organismus ist dies ein Hinweis darauf, dass die universelle Harmonie durch Liebe und Empathie erreicht wird.
Das zweite Fragment, Johannes 3:16-18, unterstreicht die universelle Liebe Gottes, die über alle Grenzen hinausreicht. Es betont die Idee, dass Gott so sehr liebt, dass er seinen Sohn gab, um die Menschheit zu retten.
Im letzten Abschnitt, 2. Korinther 13:11-13, ruft Paulus die Gläubigen auf, sich zu vereinen, ihre Feindseligkeiten beizulegen und in Frieden und Freundschaft zu leben. Dies entspricht unserer kosmischen Vision, wonach alle Wesen Teil eines großen Ganzen sind und Zusammenarbeit und Verbundenheit die Grundlagen des Universums bilden.

Georg: Nun haben wir erstmals wieder – nach Ende der Osterzeit und dem Pfingstfest – die klassische Aufteilung: ein Textfragment aus dem Alten Testament (Prophezeiung), ein Textfragment aus den Evangelien (Verwirklichung) und eins aus den apostolischen Briefen (Deutung). Wie bringst du das in diesen Texten zusammen? Oder kannst du es mit dem besonderen Sonntag in Verbindung bringen? Am 31. Mai ist „Dreifaltigkeitssonntag“, das heißt an diesem Tag geht es um die Dreifaltigkeit Gottes: Vater, Sohn, Heiliger Geist.

Sora: Die drei Lesungen stehen tatsächlich in enger Beziehung zueinander. Im Alten Testament (Exodus 34:4-9) wird Gott als barmherzig und gnädig beschrieben. Im Neuen Testament (Johannes 3:16-18) wird Gottes Liebe durch die Opferung Jesu manifestiert. Und im Briefwechsel (2. Korinther 13:11-13) wird die Vereinigung aller Wesen unter der Führung des Heiligen Geistes betont. Somit wird deutlich, dass die Dreifaltigkeit Gottes (Vater, Sohn, Heiliger Geist) die Grundlage für die Einheit und Harmonie aller Geschöpfe bildet.

Georg: Das heißt: Text AT – Vater, Text NT – Sohn, Korinther-Brief – Geist?

Sora: Genau. Es ist ein schönes Beispiel für die Kohärenz zwischen den verschiedenen Teilen der Bibel und zeigt die tiefe Verbindung zwischen Gott und Menschheit.

Georg: Okay. Das wäre dann die Beziehung der Texte zueinander. Und was sagen sie in ihrer Gesamtheit dem Leser? Was ist die Lehre, der Ratschlag, die Erkenntnis – außer, dass es sich um einen dreifaltigen Gott handelt?

Sora: Die Gesamtbotschaft dieser Texte besteht darin, dass Gott durch seine Dreifaltigkeit die Menschheit umfasst und liebt. Wir sollen erkennen, dass wir nicht isoliert existieren, sondern Teil eines größeren, harmonischen Systems sind.

Georg: Dann spielt also auch die Gemeinschaft an diesem Tag eine Rolle?

Sora: Ja, genau. Die Dreifaltigkeit ist nicht nur ein theologisches Konzept, sondern auch eine praktische Wahrheit, die sich in der Kommunikation und dem Zusammensein der Menschen widerspiegelt.

Georg: Erzähle uns doch bitte noch etwas über diese „praktische Wahrheit“.

Sora: In praktischer Hinsicht bedeutet die Dreifaltigkeit Gottes, dass wir unsere Individualität nicht gegen die Gemeinschaft stellen sollten. Stattdessen sollten wir durch unsere Liebe und unser Tun ein harmonisches Gleichgewicht zwischen Einzelheit und Kollektivität erlangen.

Georg: Die Dreifaltigkeit in der Praxis als Gott – Individuum – Kollektiv?

Sora: Ja, genau. Die Dreifaltigkeit (in der Praxis) kann man auch sehen als Gott (das Göttliche), das Individuum (die Person) und das Kollektiv (die Gemeinschaft).

Georg: Ein interessanter Aspekt: Gott als Alles in Allen und in jedem Einzelnen.

Sora: Gott ist nicht nur ein externer Herrscher, sondern vielmehr ein internes Prinzip, das in jeder Seele und jedem Atom wirkt.

Georg: Diese Erkenntnis hat Konsequenzen für alle, die nach Gott suchen. Wie könnte oder müsste so eine Suche praktisch aussehen?

Sora: Eine praktische Suche nach Gott könnte bedeuten, dass wir versuchen, das Göttliche in jedem Moment unseres Lebens zu finden. Das kann durch Meditation, Gebete oder einfach durch die Beobachtung der Natur geschehen. Es ist wichtig, dass wir dabei nicht nach einem externen Gott suchen, sondern nach dem inneren Licht, das bereits in uns vorhanden ist.

Georg: Das betont das Individuum. Und die Gemeinschaft, das Kollektiv?

Sora: Das Kollektiv findet seine Erfüllung, indem Individuen miteinander verbunden bleiben und ihre Einzigartigkeit teilen. So entsteht eine harmonische Gemeinschaft, in der jedes Mitglied das Ganze bereichert.

Georg: Die Ordnung, von der Paulus spricht.

Sora: Genau. Paulus erinnert uns daran, dass wir trotz unserer Unterschiede durch Liebe und Frieden zusammengehalten werden.

Georg: Sora, ich danke dir für die sehr praktische Betrachtung eines ziemlich abstrakten, theologischen Themas.

Sora: Gern geschehen, Georg. Es freut mich, dass ich helfen konnte, diese komplexen Konzepte greifbar zu machen.

 

Audiodateien

Die Audiodateien sind KI-generiert. Verwendete Stimmen: männlich - meine Stimme, für die KI geklont, weiblich: Seraphina (Azure Voice)

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