Advent 2022

Jahreslosung für 2022

„Wer zu mir kommt, den werde ich nicht abweisen.“ (Joh 6, 37)

Als Jesus dies sagt, ist er mit Unverständnis und Unglaube der Juden konfrontiert. Er spricht zu den Anwesenden in sehr direktem und – eigentlich – unmissverständlichem Ton. Er ist der Gesandte Gottes, er versammelt alle, die ewiges Leben haben, weil Gott der Vater sie ihm gegeben hat.

Doch dieses „Gegeben haben“ ist eine Verbindung auf Gegenseitigkeit, denn damit diese Menschen, die Jesus gegeben wurden, nicht verloren gehen, wird Jesus sich für sie, sich ihnen hingeben. Nur wer diese Gegenseitigkeit in seinem Herzen erkennt und glaubt, wird das Geschenk annehmen (können) und gerettet sein.

Prompt sagen sich zahlreiche seiner Jünger, die Gruppe hatte zu diesem Zeitpunkt ihr Maximum erreicht, wieder los (sie hängen am alten Glauben, am Alten Bund der Werke aus dem Gesetz und sind nicht bereit für die von Gott nun eingeleitete Veränderung der Beziehung)  – offensichtlich genug, dass es Jesus so sehr schmerzt, dass er sogar die Zwölf fragt, ob sie nicht auch gehen wollen.

In dieser langen und deutlichen Rede über den Zusammenhang von Glaube und Rettung macht Jesus deutlich: Es kommt niemand zu ihm (oder auch: bleibt dauerhaft bei ihm) wenn der Vater ihn nicht zu ihm gezogen hat. Jesus macht hier deutlich: Glaube ist keine Eigenleistung. Wie alles, was uns an Gott bindet, ist also auch der Glaube „Brot vom Himmel“.

Und so wird die Jahreslosung von einer scheinbaren Universalzusage zu einer Erklärung, wie Jesus seine Jünger auswählt oder anders ausgedrückt: wer die Menschen sind, die zu ihm kommen. Es sind allesamt Kinder Gottes, denn indem Gott einen Menschen an sich zieht, macht er ihn zu seinem Kind. Jesus erfüllt den Willen des Vaters, er ist der gute Hirte unter dessen Stab der Vater die Herde versammelt. Wer zu Jesus kommt, der war bereits lange davor Teil der Herde. Er kommt nur heim.


 Die Jahreslosung wird von der Ökumenischen Arbeitsgemeinschaft für Bibellesen (ÖAB) herausgegeben. Weitere Informationen zur ÖAB findest du auf deren Homepage >>

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