Lukas 13, 10-21 (26. + 27. Februar)

Am Sabbat steht er dann wieder in der Synagoge des Ortes und lehrt die Tora, das heißt vermutlich, er verbindet die alten Prophezeiungen mit dem was augenblicklich durch ihn geschieht. Da kommt eine von jahrelanger Krankheit gebeugte Frau in die Synagoge. Jesus ruft sie zu sich und heilt sie.

Der Synagogenvorsteher ist entsetzt! Seiner Meinung nach verbietet das Gesetz jegliche Arbeit, ja im Grunde jegliche Aktivität am Sabbat. Wir hatten es ja schon davon: Es gab einen riesigen Katalog, in dem bis ins Millionstel aufgedröselt war, was alles Arbeit und damit am Sabbat verboten war. Seltsamerweise spricht er seine Empörung aber nicht gegen Jesus, sondern gegen das Volk. Sie sollen sich nur an den anderen sechs Tagen heilen lassen.

Lukas 13, 1-9 (25. Februar)

Jesus ist noch nicht fertig mit seiner Lektion. Als die Anwesenden sich beschweren, dass Pilatus zwischen ihnen und einigen Galiläern keinen Unterschied macht, sie ihm damit zu verstehen geben, dass sie sich für etwas Besseres halten, stutzt er sie in harten Worten zurecht. Alle Menschen seien gleichermaßen Sünder vor Gott und alle Menschen seien daher gleichermaßen zur Buße aufgerufen. Ohne Umkehr zu Gott erwarte alle dasselbe Gericht.

Lukas 12, 49-59 (24. Februar)

„Ich bin gekommen, ein Feuer auf die Erde zu bringen, und wie wünschte ich, es wäre schon entzündet!“ (Lk 12, 49)

Das musste dann auch mal in aller Deutlichkeit gesagt werden und Jesus tut es hier. Ja, natürlich, Jesus schenkt seinen Leuten den Frieden mit seinem / mit unserem himmlischen Vater; Jesus macht seine Leute frei von dem Druck, sich irgendetwas verdienen zu müssen. Hast du die Einschränkung in dieser großartigen Zusage entdeckt? Seine Leute! Es gibt auch andere. Wenn dir irgendjemand irgendwann einmal erzählt haben sollte, durch Jesus würden alle Menschen irgendwie gerettet werden und ins Reich Gottes eingehen, so hat er die Wahrheit nicht verstanden.

Lukas 12, 35-48 (23. Februar)

Was hat Jesus hier mit dieser Hochzeit? Warum sollte es so schwer sein, auf die Rückkehr des Herrn zu warten? Im jüdischen Brauch konnte die Hochzeitsfeier damals bis zu sieben Tage dauern, je nach Geldbeutel des Bräutigams. Damit ist geklärt, warum ein Knecht oder Haushalter nie so genau wissen konnte, wann sein Herr zurückkommt – jeder Zeitpunkt innerhalb der gesamten Hochzeitsfeier, deren Gesamtdauer der Knecht ja auch nicht kannte, wäre möglich gewesen.

Nachdem er seinen Jüngern im letzten Abschnitt die richtige Lebenshaltung erklärt hat, vergleicht er sie mit eben jenem Knecht. Ein schwieriges Unterfangen; sie haben immer noch nicht so richtig begriffen, dass Jesus bald gehen wird und auf welch schreckliche Weise, aber hier erklärt er ihnen bereits, dass sie die ganze Zeit auf seine Rückkehr gefasst sein müssen, denn er wird plötzlich und unerwartet wieder erscheinen, ja genau dann, wenn man ihn nicht erwartet – wie ein Dieb.

Lukas 12, 13-34 (21. + 22. Februar)

Wenn es einen Gott gibt, warum lässt er dann all dieses Unrecht zu? Einer der Zuhörer Jesu möchte die Gelegenheit beim Schopfe packen und fordert Jesus auf, dafür zu sorgen, dass sein Bruder ihm endlich das Erbteil auszahlt. Jesus fragt ihn durch die Blume, ob er noch ganz sauber ist.

Ist sich Gott zu fein, sich um solche irdischen Angelegenheiten zu kümmern? Ist es vielleicht der in Mythen beschriebene ferne Gott, der einmal alles geschaffen hat und jetzt amüsiert aus der Ferne zusieht oder ist da vielleicht überhaupt kein Gott? Das werden sich so manche der Anwesenden gefragt haben, als Jesus jegliche Verantwortung für die (verständliche) Sorge des Menschen ablehnte.

Lukas 12, 1-12 (20. Februar)

Wieder haben sich viele Menschen um Jesus versammelt und so nutzt er die Gelegenheit für ein paar weitere Lehren – und beginnt damit, das zuvor Gesagte zusammenzufassen: Der von den Pharisäern dargestellte Glauben ist Heuchelei, ihn zum Vorbild zu nehmen führt ins Verderben. Vermutlich dürfte der Pharisäer, der ihn zuvor zum Essen eingeladen hatte, diese gründlich danebengegangene Demonstration seines vorbildlichen Glaubens spätestens an diesem Punkt bereut haben.

Lukas 11, 29-54 (18. + 19. Februar)

Da latscht der Herr seit einiger Zeit durchs Land, verkündigt die Vergebung der Sünden und das Reich Gottes, heilt (unheilbar) Kranke, treibt Dämonen aus und jetzt fängt das Volk an ein Zeichen zu fordern. Wenn du die Wahrheit nicht sehen willst, dann siehst du sie nicht!

Dieses Mal redet Jesus Klartext: Er selbst ist das Zeichen und da sie die ihnen offenbarten Wunder und Verkündigungen nicht annehmen wird er auch das einzige Zeichen bleiben. Er bezeichnet sein eigenes Volk als „böses Geschlecht“, denn offensichtlich weigern sie sich, die von Gott angebotene Änderung in ihrer Beziehung zu ihm anzunehmen.

„Er war in der Welt, und die Welt ist durch ihn geworden, doch die Welt erkannte ihn nicht. Er kam in sein Eigentum, und die Seinen nahmen ihn nicht auf.“ (Joh 1, 10+11)

Lukas 11, 14-28 (17. Februar)

Wir erleben heute eine Frühform der „Fake-News“ nach Art der Obersten. Jesus treibt einen Dämon aus – nicht das erste Mal und wir dürfen davon ausgehen, dass er auch diesem Dämon in einfachen Worten erklärt hat, das Gott in sein Eigentum zurückgekehrt ist und nun seine Kinder zurückfordert. Wahrscheinlich hat er danach seinem Vater für dieses weitere Zeichen seiner Macht gedankt.

Doch die Obersten verkünden eine andere „Wahrheit“: Es sei die Macht des Teufels mit der Jesus die Dämonen austreibe. Ganz klar! Du siehst mit deinen Augen was passiert und es passt nicht in dein Weltbild, was tust du also? Richtig, du erfindest dir eine eigene Wahrheit, in der du der Gute und dein Gegner der Böse ist – der Kampf um die Deutungshoheit hat begonnen.

Lukas 11, 1-13 (16. Februar)

Die Juden jener Zeit hatten offensichtlich ein eigenartiges Verhältnis zu ihrem Gott; das ist auch nicht verwunderlich, die Pharisäer und Gesetzesgelehrten hatten mit ihrem bis ins Millionstel geregelten Umgang mit Gott gründlich dafür gesorgt, dass keiner sich mehr traute Gott persönlich anzusprechen – jedes falsche Wort hätte direkt in die Hölle führen können. Dass wir heute nicht mehr wissen, wie das hebräische JHWH richtig ausgesprochen wird, hängt vor allem damit zusammen, dass es die Juden überhaupt nicht mehr verwendet haben und stattdessen „unverdächtige“ Ersatzwörter benutzten.

Umso verwunderlicher muss es den Menschen jener Zeit erschienen sein, wenn Jesus sich für einen Moment zurückzog um mit seinem Vater im Himmel zu reden als ob der neben ihm stünde. Es muss eine Mischung aus Neugier, Sehnsucht und blankem Entsetzen vor ihrer eigenen Hilflosigkeit gewesen sein, als sie ihn bitten, doch auch ihnen das Beten zu lehren.

Lukas 10, 17 – 42 (14. + 15. Februar)

Im heutigen Abschnitt geht es um die beiden „Besonderheiten“ eines Christen:

  1. Er hat bereits zu Lebzeiten das ewige Leben von seinem himmlischen Vater geschenkt bekommen.
  2. Bestückt mit solch einem Übermaß himmlischer Liebe ändert sich seine Sicht- und Verhaltensweise bereits in diesem Leben.