Weite Morgenlandschaft mit sanftem Licht, das durch Wolken auf einen Weg in hügeliger Natur fällt – Symbol für Hoffnung, Aufbruch und geistliche Einheit.

Christus – Ursprung, Mitte und Ziel unserer Einheit

Jes 8,23b-9,3; 1 Kor 1,10-13.17; Mt 4,12-23.

Als Jesaja dieses Wort Gottes empfängt, ist das Nordreich, also auch Galiläa mit den ausdrücklich genannten Orten Sebulon und Naftali, durch die Assyrer bedroht. Gott kündigt an, dass genau von diesen Orten der Finsternis einmal sein Licht für die Nationen ausgehen wird.

Nach der Verhaftung des Täufers lässt sich Jesus genau in diesem Gebiet nieder, um die Prophezeiung des Jesaja zu erfüllen. Er fängt dort mit seiner Predigerarbeit an und ruft zur Umkehr, setzt hier also die Arbeit des Täufers fort. Auch sammelt er hier seine ersten Jünger Petrus und dessen Bruder Andreas, sowie Jakobus und Johannes. Alle vier lassen alles stehen und liegen und folgen ihrem Rabbi nach. Jesus muss eine einnehmende Ausstrahlung besessen haben und in seinem Reden und Tun beeindruckend gewesen sein.

Paulus hat es mit einem Streit bei den Korinthern zu tun, die sich in verschiedene, konkurrierende Gruppen aufgespalten haben. Er versucht erst gar nicht zu vermitteln, sondern mahnt zur Einheit. Christus allein ist der einende Faktor der Gemeinde, alles andere ist ein Irrweg.

Das Licht Jesus ist für uns das Zeichen, der Ruf zur Einheit ist die Botschaft. Diese Einheit wird nicht durch Menschwerk, sondern durch das Eingreifen Gottes geschaffen.

Wenn Jesus zur Umkehr aufruft, so meint er damit die (Rück-)besinnung auf Gott. Alle Berufenen lassen von ihren vielen, unterschiedlichen Wegen ab und orientiert sich auf neu auf den einen Gott aus. Durch Umkehr entsteht Einheit.

Darum versucht Paulus auch nicht zu vermitteln, irgendwelche Kompromisse zu finden. Nur wenn alle Berufenen auf Christus, also Gott, ausgerichtet bleiben und ihm nachfolgen, können sie eine Einheit sein. Und Gott ruft zur Einheit. Aufspaltung steht im Widerspruch zum Willen Gottes.

Auch die Sendung schafft Einheit, eine Einheit durch einen gemeinsamen Anfang.

Jesaja kündigt das nur an. Jesus sammelt Jünger, die Menschenfischer werden sollen, also eine Sendung zu den Menschen haben werden. Es ist ein Christus im Zentrum! Auf diesen sind alle Berufenen ausgerichtet, mit diesem Zentrum sind alle Berufenen verbunden und von diesem Zentrum werden alle Berufenen ausgesandt. Darum ist es Paulus so wichtig, von sich und den anderen Lehrern ab- und die Aufmerksamkeit auf Christus hinzulenken. Nur in der Einheit liegt die Strahlkraft, die von der Welt als Licht wahrgenommen werden kann. Nachfolge Christi heißt dann für jeden Berufenen: Wir sind hinein gerufen in die Geschichte Gottes, wir sind ein Teil davon. Wir tragen das Licht des Christus in die Welt, genau wie er es getan hat: durch unser Denken, unser Reden und vor allem unser Tun.

Auch das Ziel schafft Einheit.

Dies steht zwar noch nicht in diesen drei Texten, ist aber wesentlich:

Alles beginnt in Christus. Christus steht im Zentrum und führt uns. Und alles führt zu Christus hin. Er ist der Ausgangspunkt, der Weg und das Ziel. Wenn wir das in unseren Herzen begreifen, dann verstehen wir, was er damit meint: „Ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende!“ (Matthäus 28,20)

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