Sprüche 10 (25. – 27. Mai)

„Wenn der Sturm daherbraust, ist der Frevler verloren, / der Gerechte ist fest gegründet für immer.” (Spr 10, 25)

Hier beginnt die zweite Sammlung mit den Sprüchen Salomos. Ich habe als Leitbild einen herausgestellt.

Laut Schlachterbibel geht es in Kapitel 10 schwerpunktmäßig um Gerechtigkeit und Gottlosigkeit. Gerechtigkeit ist aber nur bei Gott. Ein weiser Richter des Bundesverfassungsgerichtes hat einmal gesagt: „Ein Richter kann lediglich Recht sprechen. Gerechtigkeit hat er nicht im Angebot.” Weise Worte, Worte der Weisheit.

Der dreieinige Gott spricht – Sprüche 8 + 9 (21. – 24. Mai)

„Ruft nicht die Weisheit, / erhebt nicht die Klugheit ihre Stimme?” (Spr 8, 1)

In den vorherigen Kapiteln wurde bereits deutlich, dass die Weisheit in diesem Buch eine Person ist, nicht ein Mensch aus Fleisch und Blut – zumindest zu jenem Zeitpunkt noch nicht – aber eine Person. Die Weisheit, das ist Gott selbst, ihre Stimme, das ist der Geist Gottes, der zu uns und in uns spricht.

Der Wert der Beständigkeit – Sprüche 5 – 7 (15. – 20. Mai)

Rät Salomo in Kapitel 5 vielleicht gar zur Fremdenfeindlichkeit?

Viele Sätze klingen so.

Salomo warnt vor den Verlockungen der „fremden Frau”, aber auch vor den Fallen, in die man tappt, wenn man sich auf Fremde einlässt und ihnen vertraut. Er rät offen dazu, die eignen Errungenschaften nicht mit Außenstehenden zu teilen. Auch Kapitel 6 offenbart die Skepsis des Schreibers gegenüber Bürgschaften, also selbsrverpflichtenden Aussagen über die Verlässlichkeit Dritter. Salomo rät, solche Bürgschaften so schnell es geht zu lösen.

Am Geist festhalten – Sprüche 4 (13. – 14. Mai)

„Weil du das Wort vom standhaften Ausharren auf mich bewahrt hast, werde auch ich dich bewahren vor der Stunde der Versuchung” (Offb 3,10)

In der Offenbarung des Johannes ergeht dieser Satz an die Gemeinde in Philadelphia. Das Festhalten an der Weisheit, an der Erkenntnis, die der Geist Gottes dessen Kindern gibt, ist die Forderung Salomos an seine Söhne. Ungewöhnlich: In Kapitel 4 spricht Salomo einleitend zu seinen Söhnen, davor sprach er immer nur zu seinem Sohn. Die einzelnen Ratschläge, die Weisheit mit aller Kraft anzustreben und an ihr festzuhalten, ist dann aber wieder an den Sohn gerichtet.

Der Geist ist der wahre Schatz – Sprüche 3 (11. - 12. Mai)

„Der Beistand aber, der Heilige Geist, den der Vater in meinem Namen senden wird, der wird euch alles lehren und euch an alles erinnern, was ich euch gesagt habe." (Joh 14,26)

In dieser Zusage Jesu steckt die Kernaussage von Kapitel 3. Worauf es ankommt, um Frieden mit Gott zu haben (und das ist gleichbedeutend mit „um Frieden zu haben” – wahren, inneren Frieden, nicht die Abwesenheit von Krieg), können wir nicht mit unserem Verstand erfassen. Es gibt kein Sachbuch, keine Naturwissenschaft, kein kluger Gedanke mit deren Hilfe wir die Wege, die Gott mit uns gehen möchte begreifen könnten.

Geist und Weisheit – Sprüche 2 (9. - 10. Mai)

„Jesus sagte zu ihm: Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater außer durch mich.” (Joh 14,6)

Ohne es explizit zu nennen, setzt Salomo die Weisheit mit dem Geist Gottes gleich. Kapitel 2 vertieft hier noch einmal die im ersten Kapitel genannte Erkenntnis.

Aus der Zeit gefallen? – Sprüche 1 (6. – 8. Mai)

Vorbemerkung:

Eignet sich das Buch der Sprüche, eine lose Sammlung der Weisheiten von König Salomo, überhaupt für eine detaillierte Betrachtung? Die Sprüche geben konkrete Lebensweisheiten wieder, sie sind auf die Größe eines Twitter-Posts zusammengedampfte Lebenserfahrung, Erfahrung von Leben, wie es vor rund 3000 Jahren stattfand.

Trotzdem stehen die Sprüche in der zeitlos gültigen Heiligen Schrift und im Plan dieses Jahrs (und im Aufbau des zugrunde gelegten Band 6 des Lightkeepers) beginnt die Herausforderung genau jetzt.

Und die vergangenen fünf Jahre haben mehr als einmal gezeigt, dass Gott gerade an den mir unangenehmen Stellen viele überraschende Erkenntnisse einfließen lässt. Es bleibt also spannend.