„Meine Mutter und meine Brüder sind die, die das Wort Gottes hören und tun.“ (Lk 8, 21)

Jesus sagt dies zu seinen Jüngern, als diese ihn darauf aufmerksam machen, dass draußen seine Mutter und seine Brüder stehen, diese aber aufgrund der Menschenmassen nicht zu ihm durchdringen können. Es steht hier die Frage im Raum: Wer ist die Familie Jesu, und in jedem Gottesdienst bekennen wir, dass wir das sind, wenn wir ihn als unseren Bruder bezeichnen.

Durch viele Gleichnisse hindurch entstanden für die Gemeinde Christi Bilder und Namen wie Kirche, Braut, Tempel. Jesus selbst bezeichnet uns als Reben die an ihm, dem Weinstock hängen, also durch ihn versorgt werden und leben. Paulus sieht uns als Glieder an einem Leib, dessen Haupt Christus ist.

Doch am verständlichsten ist das Bild der Familie. Jeder Mensch ist Mitglied einer Familie, die meisten verbinden mit dem Begriff Gefühle wie Zugehörigkeit, Vertrautheit, Vertrauen, Nähe, Herkunft, Heimat – sei es aus persönlicher Erfahrung oder weil sie es bei der eigenen vermissen.

Jesus macht es hier ganz deutlich, so, dass es auch ein Kind verstehen kann, denn was „Familie“ ist, das Begreifen Menschen als erstes in ihrem Leben, noch ehe sie den Begriff kennen. Der Anfang dieser Familie ist das Wort, das Evangelium und der Auftrag, das wir hören. Darum feiern wir Gottesdienste. Eine Familie, die sich nicht regelmäßig zusammenfindet, wird früher oder später auseinanderfallen.

Das Hören der im Laufe eines Lebens immer bekannteren Worte ist ein Ritual, wie das Kreuzzeichen, das Vater unser oder die Eucharistiefeier bzw. das Abendmahl. Rituale geben uns das Gefühl daheim zu sein – und dieses Gefühl bestätigt uns, diese Rituale sind mehr als nur Rituale, sie formen uns, sie verbinden uns, machen uns erst zu dem, was wir sind: eine Familie. Dabei sind Vater unser und Abendmahl direkt aus dem Wort Gottes abgeleitet. Und das Kreuzeichen: Vater, Sohn, Heiliger Geist – die drei Wesenheiten des einen Gottes, beschrieben im Wort Gottes, bestätigt von Jesus selbst. Das Kreuzzeichen ist ein Bekenntnis zum Wort, das überall auf der Welt verstanden wird, ist ein Bekenntnis zu dieser Familie, gewissermaßen der Personalausweis.

Darüber hinaus haben sich über die Jahrhunderte viele weitere Rituale entwickelt. Auch diese haben den Zweck, das Gefühl heimzukommen oder daheim zu sein zu verstärken. Rituale, wenn man ihren Hintergrund kennt, sind wichtig, doch es ist ebensowichtig, das Familienleben nicht zu einer Abfolge von Ritualen verkommen zu lassen. Insofern steht kein Ritual für sich selbst, kein Ritual ersetzt die Herzenshaltung, kein Ritual ist heilig oder macht heilig. Kein Ritual, keine äußere Form ist unverzichtbar oder unveränderlich.

Dagegen sind Kirchengebäude und andere sakrale Bauten „nice to have“. Natürlich ist es auch schön, wenn man zu einem vertrauten Ort zurückkommen kann, doch im Kontext dieser Bibelstelle sehen wir, Jesus ist hier an irgendeinem Ort in irgendeinem Haus. Familie ist da, wo sie zusammenkommt.

Jesus bestätigt dies, wenn er sagt

„Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen.“ (Mt 18,20)

Und Gott selbst hat das bereits durch den Namen bekannt, den er Mose nannte. Jahwe – Ich bin der ich bin (da). Wenn man die weitere Erzählung im Alten Testament liest, könnte man zwar zu dem Schluss kommen, dass Gott im Tempel in Jerusalem wohnte, dass es also tatsächlich einen Ort gibt, zu dem man hingehen muss, um Gemeinschaft mit Gott zu haben. Doch dies ist nur ein Bild aus einer Zeit, die mit Bildern lehrte. Jesus erklärt uns über den Ort an dem Gott ist, also sein Reich:

„Man kann auch nicht sagen: Seht, hier ist es! oder: Dort ist es! Denn siehe, das Reich Gottes ist mitten unter euch.“ (Lk 17, 21)

Es gibt also keine bestimmten Orte in dieser Welt, an denen wir Gott näher wären als anderswo. Wir können nicht zu Gott hingehen, denn Gott geht mit uns. Wir haben Gemeinschaft mit Gott, wo immer wir in seinem Namen und im Bewusstsein seiner Gegenwart verweilen! Wo wir uns treffen, wo wir das Wort gemeinsam hören, da ist Familie.

Gottesdienst ist keine Veranstaltung Dritter, die wir, quasi als Außenstehende, besuchen, zu der wir hingehen oder die wir pflichtgemäß ableisten. Gottesdienst ist ein Familientreffen, wir kommen heim!

Und diese Familie hat Rituale zum „Ankommen“, die mit dem Wort zu tun haben, das wir hören. Die Ausgestaltung und Abfolge dieser Rituale können sich über die Jahre oder je nach Anlass oder Familienzweig ändern. Wir kommen heim, wir versammeln uns um unseren Bruder Jesus und er will, dass wir uns wohlfühlen (Joh 21,12).

Es ist an der Zeit, sich von der Vorstellung zu lösen, dass Gottesdienst irgendwelchen äußeren, festgelegten Bildern (und Orten) genügen muss oder dass dafür ein anderer Priester notwendig wäre als Christus selbst.

Wir müssen (wieder) lernen, Familie zu sein. Eine Familie, weil wir das Wort Gottes hören und tun. Gottesdienste als Familientreffen zu begehen und zu empfinden wäre ein Anfang.

„Seid getrost, ich habe die Welt überwunden“ (Joh 16,33)

Ehe es nach gesundheitlichen Einschränkungen endlich wieder in einen strukturierten Tages- und Wochenablauf mit festen Arbeits- und Freizeiten geht, haben mich diese Woche wieder einmal ganz elementare Gedanken bewegt, die ich hier nun aufschreibe. Wie immer fühle ich ganz sicher, dass nicht ich die Quelle dieser Einsichten bin, sondern diese „von oben“ kommen.

Die Welt war gegen mich! Schon vor meiner Geburt war die Welt gegen mich.

Mansio-Christi – Wie geht es weiter?

Mit dem 31. Dezember 2023 habe ich die Bibellese mit Lightkeeper 6, dem letzten Band der Reihe, beendet. Einen kleinen Nachschlag gibt es jedoch noch.

Raunachtslegung 2023/2024 „nach Art des Herrn“

Spricht Gott mit mir? Das ist sicher Auslegungssache. Auch wenn ich keine Stimme höre, ich behaupte er tut es. Und er tut es nicht nur, wenn ich bete und auf eine Antwort warte; er ist mein Freund und redet, wann und wo ihm danach ist. Und ich habe ihn auch darum geben, dies zu tun!

Gestern nun, also Heiligabend, kam er mit folgendem Vorschlag:

Weihnachtsgruß – Mit Ansage!

„Als das Telefon klingelte, habe ich gleich an dich gedacht!“ – Jeder von uns hat diesen oder einen ähnlichen Satz schon mal gehört oder selbst ausgesprochen. Gibt es so etwas wie eine Vorahnung, kündigen sich bestimmte Ereignisse an? Und wenn ja, greift Gott auf dieses Mittel bei uns zurück? Gibt es die Prophetie auch für uns ganz normale Christen?

Ich bin überzeugt davon!

Was Gott mich mit den Augenproblemen lehrte

So, Kinder, schreibt mal mit, das Folgende ist wichtig für die Klassenarbeit!

Gestern war adventlich gestimmter Bibelkreis, d.h. zunächst einmal, wir saßen bei Kerzenlicht im Raum. Als ich ein Blatt mit einem Bibeltext bekam, war ich wenig überrascht, als ich nur einen Haufen grauer Punkte in Reih und Glied vor mir sah. Das ist seitdem ich schlecht sehe so üblich und die neue „Leselinse“ ist noch nicht ganz heimisch in meinem Auge. Ich legte also das Blatt erst mal weg, wir brauchten es ja auch noch nicht.

Ein Wunder, das die Katholische Kirche niemals anerkennen würde

„Wir wissen aber, dass denen, die Gott lieben, alles zum Guten gereicht, denen, die gemäß seinem Ratschluss berufen sind; denn diejenigen, die er im Voraus erkannt hat, hat er auch im Voraus dazu bestimmt, an Wesen und Gestalt seines Sohnes teilzuhaben, damit dieser der Erstgeborene unter vielen Brüdern sei. Die er aber vorausbestimmt hat, die hat er auch berufen, und die er berufen hat, die hat er auch gerecht gemacht; die er aber gerecht gemacht hat, die hat er auch verherrlicht.“ (Röm 8, 28-30)

Im Frühsommer ging ich zum Augenarzt, weil sich meine Fernsicht erheblich verschlechtert hatte. Man stellte einen Grauen Star fest; die Sehleistung auf dem schwächeren Auge war bereits auf 30 % gesunken. Die Katarakt-OP war also einigermaßen dringend, allerdings musste zunächst noch ein beginnender Grüner Star gestoppt werden. Die erste Katarakt-OP fand nun diese Woche am 29.11. statt. Alles verlief komplikationsfrei, allerdings ist Sehen, insbesondere Lesen, im Moment noch von der Tagesform abhängig und ich entschuldige mich schon mal im Voraus, falls die Texte zum Hebräerbrief in den nächsten Wochen vielleicht nicht ganz pünktlich sein werden. Die zweite OP wird dann am 3. Januar sein.

So weit so gut, aber wo ist hier ein Wunder?

Zum eigenen Selbst befreit

Bei der Betrachtung von Paulus‘ erstem Brief an die Thessalonicher durften wir erkennen, dass das Evangelium Christi Gottes Antwort auf die Frage ist, die Menschen seit Menschengedenken beschäftigt: Was ist der Sinn?

Zwei Arten von Anbetung

Jeder Mensch betet an. Wer den Schöpfer nicht anbetet, der betet die Schöpfung an. Dieser Satz hat sich mir eingeprägt und ich bin überzeugt, dass er richtig ist.

Im Zusammenhang mit dem Text von heute erkenne ich darüber hinaus, dass es auch zwei Arten von Anbetung gibt, eine aufbauende und eine zerstörerische. Wir nehmen zumeist nur die aufbauende als Anbetung war, doch betrachten wir einmal beide.

Gott ist nicht gegen das bedingungslose Grundeinkommen!

Es ist für mich inzwischen liebgewordene Tradition: Wenn ich sonntags nicht im Gottesdienst bin, so schaue ich zur selben Zeit die Fernsehkanzel der Arche-Gemeinde Hamburg auf Anixe Plus.

Heute besprach Pastor Wolfgang Wegert das vierte Gebot, das besagt, dass wir sechs Tage arbeiten und am siebten Tag ruhen sollen. Pastor Wegert gefiel sich hier heute in der Rolle eines Richters über die derzeitige Diskussion über die Einführung eines bedingungslosen Grundeinkommens. Mehrere Minuten wetterte er gegen diese Idee. Schließlich habe ich, zum allerersten Mal, mitten in der Predigt abgeschaltet und diesen Text geschrieben.

Er begründet seine persönliche (ablehnende) Meinung mit der Bibel und das ist falsch!